Der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, hat seiner SPD empfohlen, sich auch auf von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen einzulassen. »Wahrscheinlich wäre es sogar einfacher, wenn wie in Dänemark Sozialdemokraten die Ersten wären, die auch mit den Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die unsere Wähler heute in deren Arme treiben«, sagte der 62-Jährige der »Neuen Osnabrücker Zeitung« .Für ihn wäre es vorstellbar, »wenn also nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise Manuela Schwesig sagen würde: ›Ich suche mir meine Mehrheiten im Landtag je nach Thema‹.« Vielparteienbündnisse mit CDU, Linken, Grünen oder BSW belasteten die Leistungsfähigkeit der Demokratie »und lassen nur noch frustrierte Wähler zurück«, sagte Albig.Eine Zusammenarbeit bedeute nicht, dass »wir das ideologische Gedankengut von Rechtspopulisten teilen, sondern weil wir unseren verloren gegangenen Wählern zeigen: Wir haben verstanden – kommt wieder nach Hause«, sagte Albig. Alte Genossen träten eins zu eins in die AfD ein – »und das sicher nicht, weil die alle Nazis geworden sind, sondern weil sie bei uns etwas vermissen«.»Wenn 30 Prozent diese Partei wählen, können wir nicht auf Dauer so tun, als wäre das die Ausgeburt der Hölle.« So weiterzumachen wie bisher, berge die Gefahr, »dass es die Sozialdemokratie hierzulande bald nicht mehr gibt«, so Albig.
Torsten Albig: Ex-Ministerpräsident Schleswig-Holsteins empfiehlt SPD Zusammenarbeit mit AfD
Die AfD liegt in Umfragen vorn, die SPD verliert. Der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, sieht einen Ausweg: Warum nicht probieren, was den Sozialdemokraten in Dänemark gelingt?










