Es wäre die Pointe der Schweizer Fussballsaison: Stade Lausanne-Ouchy wird Cup-Sieger und spielt im EuropacupAm Pfingstsonntag trifft der Challenge-League-Klub im Cup-Final als Aussenseiter auf den FC St. Gallen. Die Waadtländer werden sich dagegenstemmen, als «Final-Unfall» bezeichnet zu werden.23.05.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenDer Nationalstürmer Zeki Amdouni, hier bei einem Torschuss 2023, ist der bis jetzt einträglichste Export des FC Stade Lausanne-Ouchy.JEAN-CHRISTOPHE BOTT / KEYSTONESchon vor Monaten, als der FC Thun einsam dem Meistertitel entgegenraste und die Konkurrenz in Selbstzweifeln zu versinken drohte, fabulierte ein langjähriger Schweizer Fussballfunktionär auf einer Stadiontribüne von einer «ganz grossen Pointe einer denkwürdigen Saison».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wie wär’s als Schlussbouquet mit dem Waadtländer Cup-Final zwischen Yverdon-Sport und dem FC Stade Lausanne-Ouchy? Nichts schien vor den Cup-Halbfinals unmöglich. Doch immerhin, zur Ehrenrettung der Super League setzte sich der FC St. Gallen in Yverdon durch. Bleibt noch die halbe Final-Pointe, also der FC Stade Lausanne-Ouchy, kurz SLO genannt, der Klub, der von Vartan Sirmakes geführt wird, einem Geschäftsmann mit armenischen Wurzeln, der in der Schweiz mit Luxusuhren zu Reichtum gekommen ist.Zahlen sprechen Bände: 18 000 gegen 600Was für Welten im Cup-Final am Pfingstsonntag in Bern aufeinanderprallen, lässt sich mit Publikumszahlen veranschaulichen. Während in St. Gallen im Durchschnitt gegen 18 000 Personen zugegen sind, kommen in der Pontaise in Lausanne etwas mehr als 600 zu den SLO-Spielen. Nur Nyon und Bellinzona haben in der Challenge League noch weniger Publikum.Stade Lausanne-Ouchy brachte sich 2023 mit dem einjährigen Dasein in der Super League auf die Landkarte. Jetzt folgt der Cup-Final. Es wirkt so, als rufe sich ein aus der Wüste kommender Eremit in Erinnerung: «Hallo, da bin ich. Vergesst mich nicht.»Die Promotion in die Super League wurde damals als «Unfall der Super League» bezeichnet. Dagegen wehren sie sich in Lausanne. Sie weisen auf die Spieler hin, die SLO passiert haben und anderswo höhere Stufen erklommen haben. Der Nationalstürmer Zeki Amdouni brachte den Waadtländern auch dank Beteiligungen an Weitertransfers mehrere Millionen Schweizerfranken ein, auch Spieler wie Teddy Okou, einer der Aufstiegshelden von 2023, kamen weiter. Okou ist heute in Saudiarabien. Oder die Thuner Meisterspieler Michael Heule und Brighton Labeau. Auch sie waren in Lausanne.SLO definiert sich als Ausbildungsklub. In den vergangenen Jahren wurde ausländisches Personal für über zwei Millionen nach Tschechien und Dänemark verkauft. Das Jahresbudget des Klubs beträgt nicht mehr als 3 Millionen. Der FC St. Gallen ist in einer anderen Dimension und weist mittlerweile einen Jahresertrag von gegen 42 Millionen aus.Vor diesem Hintergrund hat Stade Lausanne-Ouchy im Final wenig zu verlieren. Die Klubverantwortlichen erwarten eine «belle fête», mit vielen Familien und Kindern aus der Romandie. Die Atmosphäre werde anders, als wenn etwa Basel oder Zürich nach Bern kämen. Angst habe man keine, sagen sie, auch wenn der überschaubaren Klubgemeinde ein ausverkauftes Stadion fremd ist.YB und Basel bleiben dem Europacup fernAuf jeden Fall setzt der Final den Schlusspunkt einer Fussballsaison, die so schnell nicht in Vergessenheit geraten wird. Der Meister heisst Thun, die allesamt abgestürzten Zürcher Klubs finden sich in umfassenden und nicht enden wollenden Identitätskrisen wieder, und YB und der FC Basel, die seit 2010 mit zwei Ausnahmen alle Meistertitel geholt haben, spielen in der nächsten Saison nicht einmal Europacup.Auch das Fussballleben ist kein Wunschkonzert und oft ein gnadenloses Abbild der geleisteten Arbeit. Die war in Liechtenstein zum Beispiel so gut, dass der FC Vaduz auf Kosten des Mitbewerbers FC Aarau in die Super League zurückkehrt. Vaduz, Rheintal, Rheinpark. In der Super League kamen jeweils um die 4000 Personen zu den Vaduzer Spielen. Übrigens: Die Duldung in der obersten Spielklasse kostete die Liechtensteiner 2020/21 1,4 Millionen Schweizerfranken. Diesen Betrag haben sie der Swiss Football League überwiesen. Damit wird der «Unfall Vaduz» abgegolten.Fehlt jetzt eigentlich nur noch, dass der FC Stade Lausanne-Ouchy den Cup gewinnt und im Herbst die Qualifikation für die Europa League in Angriff nimmt.Passend zum Artikel
Schweizer Cupfinal: Als wäre der FC Stade Lausanne-Ouchy ein Unfall
Am Pfingstsonntag trifft der Challenge-League-Klub im Cup-Final als Aussenseiter auf den FC St. Gallen. Die Waadtländer werden sich dagegenstemmen, als «Final-Unfall» bezeichnet zu werden.








