Die Anwesenden im Weißen Haus sowie die Zuschauer an den Bildschirmen benötigten viel Geduld: Zuerst erschienen US-Präsident Donald Trump (79) und der designierte Fed-Chef Kevin Warsh (56) beinahe eine Stunde zu spät zu dem für 17 Uhr europäischer Zeit anberaumten Termin. Dann lobte sich Trump zunächst, wie es seine Art ist, in einem mehrere Minuten langen Monolog selbst, bevor es endlich losgehen konnte. Es folgte der Amtseid, den Warsh in Anwesenheit seiner Gattin, der Kosmetikerbin Jane Lauder (52), ablegte. In einer kurzen Ansprache dankte Warsh daraufhin – mit teilweise zitternder Stimme – dem Präsidenten und beschwor wie auch Trump zuvor das Wachstum der US-Wirtschaft, zu dem die Notenbank Fed beitragen könne.
Warsh folgt Jerome Powell (73) nach, der die Notenbank acht Jahre lang leitete. Der neue Notenbank-Chef hat einen Kurswechsel angekündigt. Die eigentlich unabhängige Fed sieht sich unter Trump beispiellosem Druck ausgesetzt, den Leitzins zu senken. Die oppositionellen Demokraten werfen dem neuen Fed-Vorstand vor, dabei Trumps Erfüllungsgehilfe zu sein. Warsh war bereits bis 2011 Mitglied des Fed-Gouverneursrats. Er trat damals jedoch aus Protest gegen die Politik des billigen Geldes zurück.













