Im diesjährigen Wettbewerb bildet Valeska Grisebachs Arbeit eine Ausnahme. Viele Filme, die um die Goldene Palme konkurrieren, beschäftigen sich mit historischen Ereignissen. Das beginnt bei Pawlikoswkis „Vaterland“ (mit Sandra Hüller und Hanns Zischler als Erika und Thomas Mann) und führt über die beiden Komplementärstücke „Notre Salut“ von Emmanuel Marre (in dem ein opportunistischer Beamter sich während des Vichy-Regimes mit den Nazis arrangiert) und „Moulin“ von László Nemes (in dem Lars Eidinger als Gestapochef Klaus Barbie den Résistance-Führer Jean Moulin grausam foltert) bis zum spanischen „La Bola Negra“, worin die Gefangenschaft des Geliebten von Federico Garcia Lorca während des spanischen Bürgerkriegs thematisiert wird (mit Gastauftritten von Penelope Cruz und Glenn Close) und das unvollendete Theaterstück des homosexuellen linken Dichters in zartesten Bildern zu Ende gedacht wird. Auch Grisebachs Film blickt zurück, aber lieber in die jüngere Vergangenheit und auf einen Teil Europas, der gern aus dem Blick gerät: „Das geträumte Abenteuer“ spielt in Bulgarien, an der Grenze zur Türkei.
Valeska Grisebachs "Das geträumte Abenteuer" in Cannes
Historische Stoffe prägen den Wettbewerb von Cannes. Der Film der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach bildet eine Ausnahme und dreht gleich ein ganzes Genre um.













