In Deutschland weitgehend unbemerkt, spielt sich in Frankreich derzeit ein veritabler Politskandal ab. Im Zentrum steht der Vorwurf einer massiven Wahlmanipulation aus Israel, die sich gezielt gegen die linke Partei La France insoumise (LFI) richtet.Nun hat der französische Staat auf den wachsenden Druck reagiert: Innenminister Laurent Nuñez gab am Mittwoch in der Nationalversammlung offiziell bekannt, dass eine Justizaktion eingeleitet wurde. Die Affäre bringt die Regierung von Präsident Emmanuel Macron in Erklärungsnot. Ihr wird vorgeworfen, die Vorfälle aus politischen Gründen vertuschen zu wollen.

Fake-Werbung und erfundene Vergewaltigungsvorwürfe

Der Ursprung des Skandals liegt bei den französischen Kommunalwahlen im März. Nach Erkenntnissen von Viginum, der staatlichen Behörde zur Abwehr digitaler Einmischung aus dem Ausland, wurden drei hochrangige LFI-Kandidaten Opfer einer gezielten Desinfomations- und Sabotagekampagne: François Piquemal in Toulouse, Sébastien Delogu in Marseille und David Guiraud in Roubaix.

Neben dem Diebstahl von Social-Media-Passwörtern wurden manipulierte Wahlwerbebanner geschaltet – auf populären Plattformen wie der Mode-App Vinted, in dem Spiel Candy Crush oder auf der Nachrichtenseite La Dépêche du Midi, die täglich Millionen von Klicks verzeichnet.