Das insolvente Textilunternehmen Damino aus Großschönau im Landkreis Görlitz stellt Anfang Juni seinen Betrieb ein. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Allen 81 Beschäftigten müsse gekündigt werden. Eine Rumpfbelegschaft solle noch verbliebene Aufträge abarbeiten.

Hintergrund ist das Scheitern der geplanten Übernahme durch die usbekische Zarhal Group aus Buchara. Der Investor könne den vertraglich vereinbarten Kaufpreis auf absehbare Zeit nicht vollständig in Euro nach Deutschland überweisen, hieß es in der Mitteilung. Als Grund wurde das Bankensystem des zentralasiatischen Landes genannt. Devisentransaktionen würden dort zentral und auf unbestimmte Zeit geprüft, zudem könnten die Banken die Devisenzuteilung begrenzen.

Geschäftsführer Sandro Strack zeigte sich enttäuscht. Im Rahmen der Möglichkeiten habe man alles dafür getan, den Kaufvertrag zu vollziehen, erklärte er laut Mitteilung. Die usbekische Seite habe eine Vorauszahlung vertragsgemäß überwiesen, weshalb die Beteiligten bis zuletzt mit einem Abschluss gerechnet hätten.

Kaufvertrag kann nicht in Kraft treten

Der an der Sanierung beteiligte Sanierungs- und Insolvenzrechtler Dirk Eichelbaum erklärte, da die Restzahlung nicht geleistet worden sei, könne der Kaufvertrag nicht in Kraft treten. Die Gläubiger hätten daher beschlossen, den Geschäftsbetrieb einzustellen. Der Befund sei nach knapp einem Jahr Ringen um eine Zukunft der Damastproduktion in der Oberlausitz „ausgesprochen ernüchternd“, wurde Eichelbaum zitiert.