Seit der Nacht zu Mittwoch befindet sich der US-amerikanische Ebola-Patient in der Berliner Charité. Am Freitagvormittag teilt die Klinik mit: Er ist zwar sehr geschwächt, aber aktuell in keinem kritischen Zustand. Bei dem Patienten sei das Bundibugyo-Virus, ein besonderer Stamm des Ebolavirus, mit einem PCR-Test eindeutig nachgewiesen worden. Der Mann zeige deutliche Krankheitssymptome, benötige jedoch derzeit keine intensivmedizinischen Maßnahmen oder Organersatzverfahren. „Da sich der Verlauf der Erkrankung aber ändern kann, wird er weiterhin engmaschig überwacht und behandelt“, teilt das Berliner Universitätsklinikum mit.Die Ehefrau und die vier Kinder des Patienten, die als Hochrisikokontakte eingestuft werden und eine Nacht später in Berlin eintrafen, sind den Angaben nach aktuell symptomfrei und befinden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne. In einem ersten PCR-Test konnte keine Ebolavirus-Infektion bei ihnen nachgewiesen werden.Nach der Ankunft wollten zwei der Kinder unmittelbar ihren Vater sehen, erklärte die Charité. Ein Foto zeigt, wie sie durch ein Fenster zu ihrem Vater blicken. Um das möglich zu machen, hätten die Ärztinnen und Ärzte eine Bank vor das Isolationszimmer geschoben. Grundsätzlich laufe die Kommunikation aber innerhalb der Station über Sprechanlagen.Die Ebola-Infektionszahlen im Osten der Demokratischen Republik Kongo steigen währenddessen weiter rasch an. Mittlerweile gibt es 671 Verdachtsfälle und 160 vermutete Todesfälle, wie das kongolesische Gesundheitsministerium mitteilte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor noch von fast 600 Verdachtsfällen und mehr als 130 vermuteten Todesfällen gesprochen. Der Ausbruch der seltenen Bundibugyo-Variante des Ebolavirus, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwer einzudämmen.Ugandische Behörden melden keine neuen InfektionenIm Nachbarland Uganda meldeten die Behörden keine neuen Infektionen bis auf die zwei bereits bekannten Fälle bei Eingereisten aus Kongo. Es gebe derzeit keinen Ausbruch auf ugandischem Territorium, teilte das ugandische Außenministerium mit. Die WHO geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle gemeldet werden. Erst einige Dutzend Fälle wurden bislang im Labor bestätigt.Ebola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11 000 Menschen gestorben.