Die Sparpläne der Regierung belasten die Konjunktur und schaden dem Land, sagt der Wirtschaftsprofessor Achim Truger. Sein Kollege Lars Feld entgegnet: Deutschland hat ein Kostenproblem.

Lars Feld (links) ist Professor für Wirtschaftspolitik in Freiburg; Achim Truger (rechts) lehrt an der Universität Duisburg-Essen.

© Philipp von Dithfurt (l.); Volker Crone für DIE ZEIT

DIE ZEIT: Herr Truger, die Bundesregierung will bis zum Sommer umfassende Sozialreformen auf den Weg bringen. Sie sehen das kritisch. Warum?

Achim Truger: In der öffentlichen Debatte wird der Eindruck erweckt, ein vermeintlich überbordender Sozialstaat sei für unsere Krise verantwortlich. Das ist aber nicht der Fall. Wir mussten und müssen vielmehr mit einer ganzen Reihe von makroökonomischen Schockereignissen fertigwerden, die die Wirtschaft belasten – von Corona über den Ukraine- und den Irankrieg bis zur amerikanischen Zollpolitik. Ich bin überzeugt: Was die Befürworter von Einschnitten bei den Sozialleistungen als Therapie vorschlagen, beruht auf einer völlig falschen Diagnose.