Im Landgericht Rostock hat am jüngsten Verhandlungstag Monika R. ausgesagt, die Mutter von Fabians Vater. Der Auftritt der Zeugin hinterließ vor allem eine Frage: Wie wenig kann jemand wissen – oder wissen wollen?Monika R. hatte vorab darum gebeten, eine Begleitperson mitbringen zu dürfen. Das Gericht stimmte zu. So saß sie gemeinsam mit ihrer Tochter Manuela im Zeugenstand – und trug dabei ein T-Shirt mit der Aufschrift „Don't worry, BEER happy“.

Eine Zeugin, die nicht aufklären will

Die Großmutter väterlicherseits von Fabian war vorgeladen worden, um Auskunft über die familiären Verhältnisse vor der Tat zu geben. Der Achtjährige aus Güstrow starb unter ungeklärten Umständen, vor Gericht steht Gina H., 30, die Ex-Freundin von Fabians Vater Matthias R. – sie soll den Jungen getötet haben.Doch Monika R. blieb auf Nachfragen durchgehend einsilbig. Zu den Trennungsgründen ihres Sohnes und der Angeklagten wiederholte sie immer wieder: „Das hat er mir nicht gesagt, da kann ich nichts zu sagen.“ Als Richter Holger Schütt schließlich fragte, ob sie denn wissen wolle, was mit Fabian passiert sei, schwieg sie lange – und sagte dann: „Will ich nicht.“Schütt reagierte sichtlich fassungslos. „Ich sage das erstmal so höflich, wie ich kann“, begann er. Dann stellte er die Frage, die im Saal hängenblieb: „Ich möchte gern wissen, warum eine Oma nicht wissen möchte, was passiert ist?“ Eine Antwort darauf gab es nicht. Auf die Aufforderung, nachzudenken, kam nur: „Nö.“