Der in Neu-Isenburg ansässige Westend Verlag will weiter „abweichende Positionen, die sich innerhalb des demokratischen Rechtsrahmens bewegen“, veröffentlichen. Damit reagiert der Verlag auf den offenen Brief von 30 Autorinnen und Autoren seines Programms, die nach der Veröffentlichung des von Pauline Voss und Julian Reichelt herausgegebenen Buchs „Links – Deutsch / Deutsch – Links“ eine Erweiterung des Verlags hin zur extremen Rechten kritisieren. Damit werde der Verlag den Führungspersonen eines Portals zur Verfügung gestellt, „das Tag für Tag große Teile des demokratischen Spektrums verunglimpft. Der Band enthält zudem Texte von Autorinnen und Autoren, deren Positionen der AfD nahestehen, einer aus unserer Sicht demokratiebedrohenden Partei.“Die Unterzeichner, unter ihnen Christoph Butterwegge, Ulrike Herrmann und Andrea Ypsilanti geben an, die ideologische Nachbarschaft zu „rechten Kulturkämpferinnen und -kämpfern“ nicht fortsetzen zu wollen. Schon zuvor seien Autoren wie Ulf Poschardt, der im Westend Verlag „Shitbürgertum“ veröffentlichte, dazu gekommen, obwohl der Verlag bis vor kurzem geworben habe: „Wir verstehen uns ausdrücklich als Plattform für kritische, linke Perspektiven auf gesellschaftliche Entwicklungen – ohne Anspruch auf ideologische Geschlossenheit.“Diese Selbstbeschreibung ist mittlerweile nicht mehr auf der Verlagsseite zu finden, dort heißt es nun: „Wir verstehen uns ausdrücklich als Plattform für kritische, an sozialer Gerechtigkeit und umfassender Teilhabe orientierter Perspektiven auf gesellschaftliche Entwicklungen – ohne Anspruch auf ideologische Geschlossenheit.“ Dies, so der Verlag in einer Stellungnahme, sei das „dezidierte Selbstverständnis“. Gegensätzliche Ansätze seien wesentlich, um „favorisierte Analysen zu schärfen und weiterzuentwickeln“. Die Türen stünden immer offen. Die Unterzeichner hatten dagegen darauf hingewiesen, dass ein von ihnen erwünschtes Gespräch mit dem Verlag nicht stattgefunden habe.