Vor 85 Jahren eroberte die deutsche Wehrmacht die griechische Insel. Die Aufarbeitung der Greueltaten von damals sorgt noch heute für Spannung.
E s ist ein strahlender Frühsommertag, ganz so wie man es sich für Kreta vorstellt. Auf dem Hügel über dem Küstenort Maleme strahlen Tausende roter Frühlingsblumen unter dem blauen Himmel, am Fuße des Hügels schimmert das Meer. Doch zwischen den Frühlingsblumen liegen Steinplatten, auf denen die Namen gefallener Soldaten eingraviert sind. Wie die Datumsangaben verraten, waren die meisten von ihnen kaum älter als 20 Jahre alt.
Es ist der deutsche Soldatenfriedhof auf Kreta, wo fast 5.000 Männer begraben sind. Die Szene an diesem 20. Mai 2026 mutet fast idyllisch an. Einzelne Besucher, zumeist ältere Paare, kommen schnaufend den Hügel hinauf, zwischen den Grabplatten trimmen junge deutsche Soldaten den Rasen.
„Das sind Freiwillige, eine Gruppe Fallschirmjäger aus der Nähe von Düsseldorf“, erzählt Evanthia Giannikaki, Angestellte des Volksbundes der Kriegsgräber, die sich um die Pflege des Friedhofs kümmert. Frau Giannikaki ist etwas nervös in diesen Tagen. Der 20. Mai ist der Jahrestag der deutschen Invasion auf Kreta, „da kann schon mal unerwünschter Besuch kommen“, sagt sie.










