Prolog: Der Boden, auf dem wir stehen
Wer in diesen Frühlingstagen 2026 durch das Erzgebirge wandert, durch die ostfriesische Marsch fährt oder über die schlammigen Wattflächen vor Friedrichskoog blickt, der sieht zunächst Landschaft. Was er nicht sieht: Unter ihm liegen Rohstoffe, deren Nutzung Deutschland ein Stück industrielle Souveränität zurückgeben könnte – oder die als ferne Erinnerung an eine andere Zeit für immer im Erdreich schlummern werden. Die Frage, ob und was wir aus diesem Untergrund heben sollen, ist 2026 keine geologische mehr. Sie ist hochpolitisch.
Denn die geopolitische Großwetterlage hat sich gedreht. Russisches Pipelinegas? Politisch derzeit erledigt. Flüssiggas aus den USA? Inzwischen der überwältigende Großteil unserer LNG-Importe – eine neue Klumpenabhängigkeit, vor der unter anderem die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer warnt. Lithium aus China? Uran aus Niger oder Kasachstan? Auch nicht krisenfest.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die alte Frage neu: Was haben wir eigentlich selbst? Und – fast wichtiger – was davon ist der Mühe wert?
Erdöl: Der Veteran an der Pumpe








