Nach der Bekanntgabe der regionalen Sieger des Commonwealth-Kurzgeschichtenpreises äußern Leser den Verdacht, dass eine der Geschichten zumindest in Teilen von einer Künstlichen Intelligenz (KI) generiert wurde. Der britische Literaturverlag Granta veröffentlichte den Text „The Serpent in the Grove“ des trinidadischen Autors Jamir Nazir online, woraufhin in sozialen Medien Diskussionen über typische KI-Formulierungen entstanden. Der Vorfall konfrontiert die Jury und die Verleger nun mit der Frage, wie sie mit möglichen KI-Texten umgehen.
Den Literaturpreis vergibt die Commonwealth Foundation jährlich, um weltweit unbekannte Autoren zu fördern. Die Literaturzeitschrift Granta, die traditionell Werke renommierter Schriftsteller publiziert, stellt die Gewinnertexte auf ihrer Website vor. In einer Stellungnahme stellte der Verlag jedoch klar, dass die eigenen Redakteure weder an der Auswahl der Jury noch an der Bestimmung der Siegergeschichten mitwirken.
Leser erkannten in der Geschichte verschiedene Textstrukturen, die häufig bei maschinellen Sprachmodellen auftreten. So fielen Nutzern in sozialen Netzwerken eine übermäßige Verwendung von Vergleichen sowie ungewöhnliche Redewendungen auf. Zudem enthielt der Text sogenannte negative Parallelismen nach dem Muster „nicht X, sondern Y“, die als typische stilistische Merkmale KI-generierter Texte gelten.










