Ein siebenköpfiges Spezialkommando legt Ende September 2022 mit der Yacht „Andromeda“ vom Hafen Wiek auf Rügen ab. Dann schippern sie über die Ostsee und ankern nahe der dänischen Insel Bornholm. Vier Spezialtaucher gleiten ins 70 Meter tiefe Wasser hinab zum Meeresgrund. An den Nordstream-Pipelines befestigen sie Sprengsätze. Nach dem stundenlangen Wiederaufstieg macht sich die „Andromeda“ aus dem Staub.
Was wie eine Szene aus einem alten Bond-Film oder einem Spionage-Thriller von Frederick Forsyth anmutet, geschah tatsächlich und veränderte die Versorgungsicherheit und die gesamte Energiewirtschaft Deutschlands mit einem Schlag. Die Detonationen erfolgten am 26. September 2022. Die erste Explosion zerfetzte um 2:03 Uhr den Strang A von Nord Stream 2, die zweite beschädigte zwischen Bornholm und Öland um 19:03 Uhr die beiden Stränge von Nord Stream 1 und erneut Strang A. Das Thema „Erdgas aus Russland“ war spätestens jetzt Geschichte. Später kam heraus: Alle sieben Mitglieder des Sprengkommandos waren Ukrainer.
Wer wusste was? AfD will Untersuchungsausschuss
Einer der Täter soll mittlerweile tot sein, einer befindet sich in polnischer Haft, einer in deutscher und die vier anderen und ein weiterer Hintermann sollen sich angeblich in der Ukraine aufhalten. Polen will bislang nicht an die deutschen Behörden ausliefern. Polens Premierminister Donald Tusk meinte dazu im Oktober 2025 vor der Presse: „Das Problem Europas ist nicht, dass Nord Stream 2 gesprengt wurde – das Problem ist, dass es gebaut wurde.“






