Folgt nach dem nächsten Schweizer Kantersieg an der WM bald ein Torhüterstreik?Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft überfährt mit Österreich den chancenlosen Sparringpartner und siegt 9:0. Die erdrückende Dominanz lässt für die nächsten Gruppengegner Grossbritannien und Ungarn Böses erahnen.20.05.2026, 18.48 Uhr3 LeseminutenVertrautes Bild: Die Schweizer bejubeln den nächsten Torerfolg.Andreas Becker / KeystoneEs ist zu einem verbreiteten Phänomen geworden, dass Eltern ihr Kind schon dann für hochbegabt halten, wenn es seine Klettverschlussschuhe unfallfrei ausziehen kann. Aber anders als Finn-Elias vom Zürichberg ist das Schweizer Eishockey-Nationalteam an dieser Weltmeisterschaft tatsächlich hoffnungslos unterfordert. So wie einer dieser Sekundarschüler, die im Unterricht fast verzweifeln, weil der Pultnachbar die Dativ-Regeln auch beim vierten Mal nicht begreift.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Stadion-DJ spielt schon einmal «Bella Ciao»Am Mittwochnachmittag deklassierte das Schweizer Kollektiv in der Swiss-Life-Arena den nächsten Gegner. Österreich mit dem Trainer Roger Bader wurde von der Schweiz dermassen abgewatscht, dass es einen nicht erstaunen würde, sollte es in Zürich bald zu einem erbitterten Arbeitskampf kommen. Die Stadt hat davon schon ein paar gesehen. 1918 legte der Landesstreik die Stadt lahm, 1932 streikten die Heizungsmonteure – an der «Blutnacht» starb ein Arbeiter. Und jetzt vielleicht der Torhüterstreik von 2026, wer weiss, jedenfalls wäre es keine Surprise, würden sich die Torhüter der nächsten zwei Schweizer Gegner Grossbritannien (Donnerstagnachmittag) und Ungarn (Samstagnachmittag) kollektiv weigern, sich als bemitleidenswerte Schiessbudenfiguren auf alle Zeiten die persönliche Statistik zu ruinieren. So wie am Mittwoch der in Salzburg engagierte Routinier David Kickert, der nach sechs Gegentreffern und einer vernichtenden Abwehrquote von 64,71 Prozent zur Spielmitte per Auswechslung erlöst wurde. Am Mittwoch spielte der Stadion-DJ vorsorglich schon einmal den alten Partisanenklassiker «Bella Ciao». Die mit einigem Abstand schwächsten Teams der Gruppe A laufen akut in Gefahr, zweistellig zu verlieren. Wenn die Schweiz schon respektable Gegner wie Deutschland (6:1) und Österreich (9:0) verzwergt als würde sich da gerade Brasilien mit San Marino im Fussball messen.Schweizer Fans feiern in Zürich das vierte Tor zwischen Österreich und der Schweiz.Andreas Becker / KeystoneJeder Schweizer Spieltag hat VolksfestcharakterDer Klassenunterschied zwischen der Schweiz und ihren letzten zwei Widersachern war so augenfällig, dass das für das Niveau dieser mittelmässig besetzten WM kein Ruhmesblatt darstellt. Aber natürlich ist das eine Nebensache. Weil Spieltag für Spieltag 10 000 Menschen in feierlicher Bierlaune das ausverkaufte Stadion säumen. Für die Organisatoren könnte das Turnier nicht besser laufen.Und für das Schweizer Kollektiv selbstredend auch nicht. Der Torhüter Leonardo Genoni stellte mit seinem 13. WM-Shutout einen Turnierrekord auf. Un seine Vorderleute mussten ihre Leistungsgrenze nicht annähernd ausloten und hätten mühelos deutlich höher gewinnen können. Schon nach 40 Minuten stand es 7:0 – Nico Hischier, Damien Riat und der zuvor im Nationalteam jahrelang übergangene Théo Rochette trafen doppelt. Dann aber zeigte der Weltranglistenzweite Erbarmen mit dem bemitleidenswerten Nachbarn, bei dem mehrere alte Bekannte mitwirken: Der Zürcher Trainer Roger Bader und die in der National League beschäftigten Vinzenz Rohrer (ZSC Lions), Bernd Wolf (Kloten) und Dominic Zwerger (Ambri, bald Biel) werden es dem Gastgeber danken, wobei Rohrer und Zwerger geschont wurden - offenkundig hielten die Österreicher das Unterfangen ohnehin für aussichtslos. Für Österreich war es die erste Niederlage des Turniers, die Mannschaft hat unverändert gute Aussichten, wie schon 2025 den Viertelfinal zu erreichen.Dem österreichischen Goalie David Kickert bereitet seine Arbeit am Mittwoch kaum Freude: Die Schweiz fährt einen Kantersieg ein.Denis Balibouse / ReutersPassend zum Artikel