Der 27. Sieg in den letzten 30 Partien: Die WM-Gruppenphase bleibt ein einziges Schweizer SchaulaufenGegen ein chancenloses Lettland kann die Schweiz das Heimpublikum aufs Neue bespassen. Der nächste Gruppensieg ist möglich – wie viel er wert sein kann, hat sich 2025 gezeigt.16.05.2026, 22.46 Uhr2 LeseminutenDer nächste lockere Sieg in der Gruppenphase: Das Schweizer Trio Hischier/Meier/Rochette bejubelt das 1:0.ANDREAS BECKER / KEYSTONEDie Gruppenspiele an Eishockey-Weltmeisterschaften kommen für das Schweizer Nationalteam seit Jahren einem Schaulaufen gleich: Das 4:2 über Lettland am Samstagabend bedeutete den 27. Sieg in den letzten 30 Partien. Letztmals schloss die Schweiz 2019 eine Gruppenphase nicht als eines der besten zwei Teams ab.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das hat damit zu tun, dass das Turnier durch den Ausschluss von Weissrussland und Russland seit 2022 sportlich an Qualität eingebüsst hat. Länder wie Grossbritannien, Italien oder Ungarn haben der Schweiz wenig bis nichts entgegenzusetzen. Gegen Ungarn gab es 2025 ein «Stängeli», ein 10:0.Aber es ist auch dem Umstand geschuldet, mit wie viel Esprit und Spielfreude dieses Schweizer Kollektiv seit längerem auftritt. Spielt die Schweiz, wird dem Publikum temporeiches Angriffshockey geboten. Das war gegen Lettland nicht anders. Die Letten hatten 2023 sensationell WM-Bronze gewonnen, kämpfen aber mit strukturellen Problemen. Die heimische Liga besteht aus neun Halbprofiteams, die teilweise im benachbarten Ausland (Estland, Litauen, Ukraine) beheimatet sind; die Equipe aus Vilnius trägt den schönen Namen «Hockey Punks».Wer im Eishockey Karriere machen und irgendwann an eine WM will, muss früh weg, jedenfalls seit sich das langjährige lokale Aushängeschild Dinamo Riga 2022 nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aus der KHL zurückgezogen hat. Immer wieder wechseln lettische Talente schon als Knirpse auch in die Schweiz.Der in der Schweiz wohnhafte Nationaltrainer Harijs Vitolins speist das Nationalteam aus Spielern, die quer über den Hockey-Globus verteilt sind. Sie spielen in Übersee, in der zweiten finnischen Liga – oder in Zürich, so wie der Captain Rudolfs Balcers. Balcers erzielte am Samstag beide lettischen Treffer, der zweite gelang ihm wenige Sekunden vor Schluss. Sein Team blieb gegen drückend überlegene Schweizer völlig chancenlos und war mit dem Schlussresultat noch gut bedient.Für die Schweiz trafen Timo Meier, zwei Mal Damien Riat und der ZSC-Verteidiger Dean Kukan. Bereits ist das Kollektiv wieder auf bestem Weg, sich in der Gruppe A eine komfortable Ausgangslage zu schaffen. 2025 war der Gruppensieg Gold wert gewesen – dank Platz 1 war der Weg ins Endspiel mit den Gegnern Österreich (Viertelfinal) und Dänemark (Halbfinal) von einem überschaubaren Schwierigkeitsgrad. Nächster Schweizer Gegner ist am Montag Deutschland.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel