PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHamburger BürgerschaftAfD fordert „180-Grad-Wende“ in der Klimapolitik – und erntet viel HohnStand: 17:42 UhrLesedauer: 2 MinutenDer Hamburger AfD-Landesvorsitzende Dirk Nockemann hatte die neue Studie für seine Partei interpretiertQuelle: Georg Wendt/dpaAfD-Fraktionschef Dirk Nockemann provozierte in der Hamburgischen Bürgerschaft mit der Forderung nach einer Umkehr in der Klimapolitik. Seine Grundlage ist eine neue Prognose, die allerdings nur das Worst-Case-Szenario betrifft.Mit ihrer Leugnung der schwerwiegenden Folgen des menschengemachten Klimawandels hat die AfD in der Hamburgischen Bürgerschaft bei den anderen Fraktionen Hohn geerntet. „Die von Klimahysterikern über Jahre an die Wand gemalte Klimaapokalypse findet nicht statt“, hatte AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann in der Aktuellen Stunde verkündet und eine 180-Grad-Wende in der Klimapolitik gefordert. Dabei bezog er sich auf eine Neubewertung der zu erwartenden Folgen des Klimawandels durch den Weltklimarat (IPCC). Lesen Sie auchDarin hatten die Wissenschaftler ihre Annahmen für den schlimmsten Fall bei der Erderwärmung abgemildert und ihre Berechnungen angepasst. Jedoch wird immer noch von einer Erhitzung des Planeten um etwa 3,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit ausgegangen – auch das hätte bedeutende Folgen für das Leben auf der Erde.Der Klimaexperte der SPD-Fraktion, Alexander Mohrenberg, bot Nockemann an, noch einmal gemeinsam in den Bericht der IPCC-Wissenschaftler zu schauen. „Sie haben ja die Überschrift vorgelesen, dann wahrscheinlich nicht mehr umgeblättert“, sagte er. Zwar sei in dem Bericht das Worst-Case-Szenario abgemildert worden, jedoch werde auch weiterhin mit schwerwiegenden Klimafolgen gerechnet.Die AfD lehne den Kampf gegen den Klimawandel pauschal ab – „ohne Wissenschaft und ohne Erkenntnisse“, sagte der umweltpolitische Sprecher der CDU, Sandro Kappe. Damit unterscheide sich die AfD von allen anderen Parteien, die sich beim Klimawandel einig seien, wenn sie auch unterschiedliche politische Schlüsse daraus zögen. „Wir haben eine Klimakrise, wir müssen etwas tun“, sagte er.Anpassung des Worst-Case-Szenarios ist Erfolg der Klimapolitik Das Worst-Case-Szenario habe nur deshalb angepasst werden können, weil weniger Treibhausgase ausgestoßen worden seien als 2010 erwartet, sagte die Klimaexpertin der Grünen, Rosa Domm. Dies sei Ergebnis einer erfolgreichen Klimapolitik. „Das wäre nicht passiert, wenn es nach der AfD gegangen wäre“, sagte sie und warf der Partei vor, „tief verwurzelt in einem klimaleugnerischen Milieu“ zu sein.Stephan Jersch von der Linksfraktion bezeichnete die AfD als „die Geisterfahrer auf der Klimaautobahn in diesem Land“. Die Möglichkeit zur Neubewertung der Folgen des Klimawandels sei nur möglich, weil die erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch seien. Die sei „ein Erfolg für die klimabewegten Menschen auf dieser Welt“, aber „nach wie vor kein Grund für Entwarnung“.lno/jlau
Hamburger Bürgerschaft: AfD fordert „180-Grad-Wende“ in der Klimapolitik – und erntet viel Hohn - WELT
AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann provozierte in der Hamburgischen Bürgerschaft mit der Forderung nach einer Umkehr in der Klimapolitik. Seine Grundlage ist eine neue Prognose, die allerdings nur das Worst-Case-Szenario betrifft.






