Der rechte französische Milliardär Vincent Bolloré möchte die Kinokette UGC übernehmen – und die Filmwelt damit beherrschen. Beim Festival in Cannes formiert sich Protest.
Der französische Milliardär Vincent Bolloré hat beste Beziehungen zur Pariser Finanzwelt
Gonzalo Fuentes/reuters
Schreie und Flüstern. So hieß ein 1973 in Cannes preisgekrönter Film von Ingmar Bergman. Mehr als ein halbes Jahrhundert später spielt sich am Filmfestival an der Côte d’Azur ein anderes Psychodrama ab, das diesen Titel verdient. Vincent Bolloré hat darin die Hauptrolle. Er ist kein Schauspieler, kein Regisseur, aber in der französischen Filmwirtschaft unumgänglich und allgegenwärtig.
Der heute 74-jährige bretonische Milliardär stammt aus einer Industriellenfamilie mit besten Beziehungen zur Pariser Finanzwelt. Zuerst machte er sich als Kostensenker in der Papierfabrikation einen Namen, dann wurde er mit Afrikageschäften – Transport und Hafenanlagen – reich. Mit klugen Investitionen und Beteiligungen schuf er ein einzigartiges Wirtschafts- und Medienimperium. Die wichtigsten Schritte: die Übernahme des Multimediakonzerns Vivendi, des Pay-TV-Senders Canal+ und der Lagardère-Medien- und Verlagsgruppe.











