Die Küken zappelten und begannen zu picken. Versuchten sie schon, zu schlüpfen? Sie befanden sich allerdings nicht in einem echten Ei, sondern wuchsen in teilweise durchsichtigen, 3D-gedruckten Plastikbechern heran. Das Biotech-Unternehmen Colossal Biosciences mit Hauptsitz in Dallas gab Mitte Mai bekannt, es habe ein „vollständig künstliches Ei“ entwickelt. Das Unternehmen sieht diese Entwicklung als Teil seiner Bemühungen, ausgestorbene Vogelarten wieder zum Leben zu erwecken, darunter Tiere wie den Dodo und den Riesenmoa.Anzeige

Die Forscher:innen konnten beobachten, wie die Embryos in den Behältern weiterwuchsen

Dabei wäre „künstliche Eierschale“ wahrscheinlich eine treffendere Beschreibung für die Entwicklung. Es handelt sich um ein ovales, gedrucktes Gitter, das innen mit einer speziellen Membran auf Silikonbasis beschichtet ist. Diese Schicht lässt genau wie eine echte Eierschale Sauerstoff durch. Um Vögel darin zu versorgen, nahm Colossal frisch gelegte befruchtete Hühnereier und füllte ihren Inhalt mitsamt Embryos vorsichtig in die künstlichen Schalen, wo die Tierchen weiterwuchsen.

Ein Fenster an der Oberseite ermöglicht es den Forschern, hinein zu schauen. „Zu sehen, wie sie sich alle in ihren künstlichen Eiern bewegten, war absolut überwältigend“, sagt Andrew Pask, der Chief Biology Officer des Unternehmens. „Man hat wirklich das Gefühl, dass man Leben außerhalb des Mutterleibs züchten kann.“Anzeige