Nach dem Tod des gestrandeten und wieder ausgesetzten Buckelwals fordert das Deutsche Meeresmuseum eine „unabhängige, forensische Obduktion des Buckelwals“. Diese sei notwendig, weil es bei dem Rettungsversuch durch die Privatinitiative „Manipulationen“ an dem Tier gegeben habe, sagte eine Sprecherin des Meeresmuseums der F.A.Z. Sie verwies auf menschliche Eingriffe an dem Tier wie die Behandlung der Haut mit Zinksalbe, die Fütterungsversuche und den Einsatz von Gurten oder Ähnlichem, um den Wal in die Barge und wieder heraus zu hieven. Die Obduktion solle von Wissenschaftlern vorgenommen werden, die bisher nicht in den Fall des Buckelwals involviert waren, um eine „vollkommene Unabhängigkeit“ zu gewährleisten.Die dänische Umweltbehörde hatte am Dienstag mitgeteilt, dass der Buckelwal vor der Insel Anholt entfernt werden und es eine Autopsie des Tieres geben soll. Begründet wurde dies damit, dass der Wal mit hoher Wahrscheinlichkeit an seinem derzeitigen Standort verbleiben und somit eine erhebliche Belästigung für Besucher und Anwohner darstellen werde. Die Autopsie, bei der „wertvolle wissenschaftliche Proben für Forschungszwecke“ gesichert werden sollen, wird demnach von dänischen Forschern und Tierärzten vorgenommen.Ursprünglich wollte das Meeresmuseum obduzierenDas Meeresmuseum wurde eigenen Angaben nach deswegen nicht konsultiert. Ursprünglich wollte das Meeresmuseum selbst eine Obduktion des Tieres vornehmen, unter Beteiligung externer unabhängiger Fachleute. Eine entsprechende Genehmigung lag vor. Das gab das Meeresmuseum Anfang April bekannt. Damals lag der Wal noch lebend in der Bucht von Wismar, das Landesumweltministerium hatte aber auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens entschieden, dass kein Rettungsversuch mehr zu unternehmen sei – schließlich war der Wal krank und schwach. Nachdem das Ministerium dann trotzdem einen Rettungsversuch durch eine Privatinitiative zugelassen hatte, zog das Meeresmuseum seine Ankündigung, den Wal zu obduzieren, zurück.Die Privatinitiative hatte den Wal in einer Barge in das Kattegat gebracht, wo er dann aber rasch verendete. Deswegen wird Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) scharf kritisiert.„Kein Besitzanspruch Mecklenburg-Vorpommerns“Eine Sprecherin von Backhaus teilte der F.A.Z. mit, das Umweltministerium sei wegen der geplanten Bergung und Obduktion des Wals nicht kontaktiert worden. Dafür gebe es keinen Grund, der Kadaver sei auf dänischem Territorium gestrandet und somit entschieden die dänischen Behörden, was damit passieren solle. „Der Wal ist ein Wildtier und damit herrenlos. Es gibt keinen Besitzanspruch des Landes Mecklenburg-Vorpommern“, so die Sprecherin. Dänemark verfüge über ausreichend eigene Expertise, um die „Zerlegeaktion“ durchzuführen. Man gehe davon aus, dass wichtige Erkenntnisse aus der Zerlegung auch international zugänglich gemacht würden.