Manchmal liegt in der Ursache eines Problems zugleich dessen Lösung. Stefan Bastian (61) kennt so ein Beispiel.Durch den Boom von künstlicher Intelligenz entstehen gerade im Eiltempo überall auf der Welt unzählige neue Rechenzentren. Der globale Datenrausch benötigt immer größere Anlagen. Die Achillesferse der Einrichtungen: ihr irrwitzig hoher Energieverbrauch. „Es ist ein Wahnsinn, was da gerade geschieht“, sagt Bastian. Und er ist sicher, der Hype wird noch eine Weile anhalten.

Als Geschäftsführer des Start-ups EBM-Papst Neo ist Stefan Bastian darauf spezialisiert, Kühlsysteme in Gebäuden auf Effizienz zu trimmen. Und das schaffen er und sein Team ausgerechnet mithilfe von KI.

Die intelligente Software, die seine Dortmunder Unternehmenseinheit programmiert hat, verspricht satte Stromeinsparungen bei der Kühlung. Um bis zu 50 Prozent könne die selbst entwickelte KI-Lösung Nexaira den Energieeinsatz verringern, sagt Bastian. Ein mächtiger Hebel, wie er veranschaulicht: „Wenn jedes existierende Rechenzentrum der Welt unsere Lösung einsetzen würde, könnte man die Energiemenge von 22 Atomkraftwerken einsparen.“

Vergleiche mit der Formel 1Das Start-up EBM-Papst Neo, das Bastian lenkt, trägt seinen Auftrag im Namen. Der Zusatz „Neo“ ist eine unverblümte Ansage an das industrielle Schwergewicht EBM-Papst aus dem baden-württembergischen Mulfingen: Es soll eine Erneuerungskur sein für ein Familienunternehmen, das mit Ventilatoren und Motoren für industrielle Anwendungen als Weltmarktführer operiert. Doch genau diese Vorreiterrolle gilt es mit einem veränderten Marktangang zu verteidigen.