In den Jahren 2015 und 2016 verbrachte der US-Astronaut Scott Kelly knapp ein Jahr an Bord der Internationalen Raumstation, während sein Zwillingsbruder Mark auf der Erde blieb. Diese besondere Konstellation ermöglichte der US-Weltraumbehörde Nasa eine detaillierte vergleichende Untersuchung der langfristigen Auswirkungen von Weltraumflügen auf den menschlichen Körper.Anzeige
Obwohl die wissenschaftliche Auswertung Jahre dauerte und die Ergebnisse bereits 2019 veröffentlicht wurden, hält sich ein bestimmter Mythos hartnäckig. Häufig wird bis heute behauptet, dass sich das Erbgut des Astronauten im All um sieben Prozent verändert hätte, obwohl eine dazu im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie klar belegt, dass die grundlegende DNA-Sequenz der beiden Männer exakt gleich blieb.
Genexpression statt Mutation
Was sich bei dem Raumfahrer tatsächlich veränderte, war die sogenannte Genexpression, also die Art und Weise, wie zelluläre Mechanismen einzelne Gene ablesen und aktivieren. Wie Space Daily berichtet, kehrten rund sieben Prozent dieser molekularen Schalter auch sechs Monate nach der Landung auf der Erde nicht auf ihr ursprüngliches Niveau zurück.Anzeige
Diese dauerhaft aus dem Takt geratenen Gene steuern vorrangig fundamentale Körperfunktionen wie das Immunsystem, die Reparatur der DNA und die mitochondriale Aktivität. Damit sind genau jene zellulären Systeme betroffen, die durch kosmische Strahlung und andauernde Schwerelosigkeit am stärksten belastet werden.






