Das eigene Stadion ist längst nicht mehr nur der Austragungsort von Heimspielen. Es ist der Ort, an dem Trainer, Spieler und Verantwortliche stets ein ehrliches Stimmungsbild aus dem eigenen Fanlager bekommen. Über Jubel, großen Zusammenhalt bis hin zur großen Wut ist das Spektrum breitgefächert, der Einfluss der Fanszene in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Nicht nur im Streit um den Einstieg von Investoren in den deutschen Profifußball und bei den Anstoßzeiten, sondern insbesondere dann, wenn es um die Frage nach dem richtigen Trainer für eine Mannschaft geht.

Eta und Wagner: Zwei Interimstrainer, ein Ziel

Beim 1. FC Union Berlin und dem 1. FC Köln hat man da in den letzten Wochen der Saison ein Kontrastprogramm gesehen, durch das ganz unterschiedliche Wünsche der Fans bei den Verantwortlichen beider Vereine ankamen. Im Saisonfinale setzten beide Klubs mit einer internen Lösung auf eine Veränderung der Trainerposition: René Wagner übernahm in den letzten sieben Partien die Rolle des Chefs von Lukas Kwasniok in Köln, Marie-Louise Eta beerbte Steffen Baumgart für die letzten fünf Partien.

Das Ziel für beide Interimslösungen war das selbe: Der Klassenerhalt. Die Perspektive indes war eine andere: Während Eta bereits als neue Cheftrainerin für das Bundesliga-Frauenteam bei Union vorgestellt wurde, hatte Kölns Sportchef Thomas Kessler bei Wagner, der in der Rückrunde der Saison 2024/25 noch als Assistent von Baumgart in Köpenick tätig war, die Fantasie entwickelt, dass dieser auch über das Saisonende hinaus als Trainer des 1. FC Köln im Amt sein könnte.