PfadnavigationHomeSportFußballBundesliga1. FC Union BerlinUnion Berlin„Nichts ausschließen“ – Eta könnte über die Saison hinaus Cheftrainerin bleibenVeröffentlicht am 13.04.2026Lesedauer: 3 MinutenErstmals wird eine Frau Cheftrainerin in der Männer-Bundesliga: Marie-Louise Eta, bisherige Trainerin der U19-Junioren und künftige Trainerin der Frauen-Profimannschaft, soll den 1. FC Union zum Klassenerhalt führen.Marie-Louise Eta kann sich Hoffnungen auf ein dauerhaftes Engagement als Cheftrainerin der Männermannschaft des 1. FC Union Berlin machen. Das deutet der Geschäftsführer an.Seit Sommer 2024 arbeitet Horst Heldt beim 1. FC Union Berlin. Drei Jahre zuvor war er als Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln freigestellt worden. In dieser Funktion heuerte er auch beim Hauptstadtklub an. Mit Bo Svensson kam zugleich ein neuer Trainer, der aber alsbald entlassen wurde. Heldt holte Steffen Baumgart als Nachfolger. Aber auch der ist seit Samstag Geschichte bei Union.Lesen Sie auchHeldt hingegen ist noch da. Montagmittag nahm er Platz in einem VIP-Raum im Stadion-Inneren. Es gab viele Fragen – zur Entlassung von Baumgart, vor allem aber zur Beförderung von Marie-Louise Eta. Die 34-Jährige betreute bislang das U19-Team von Union und soll nun das Bundesligateam der Männer vor dem Abstieg bewahren. Als erste Frau übernimmt Eta einen Chefposten in der Männer-Bundesliga.„Sie kennt alle, alle kennen sie“, sagt Heldt über Eta„Wenn man sich für eine interne Lösung entscheidet, ist es klar, dass die Wahl auf sie fällt. Sie hat eine Klasse-Runde mit der U19 gespielt. Sie hat Erfahrung – und was ein weiterer Vorteil ist: Sie kennt alle hier, und alle kennen sie. Sie hat die Funktion als Cheftrainerin schon ausgefüllt“, begründete die Heldt die Wahl für Eta. Als Co-Trainerin hatte sie Union 2024 mit Markus Grothe vor dem Abstieg bewahrt.Lesen Sie auchEta soll vorerst für fünf Spiele als Chefin fungieren, sie könnte unter Umständen auch über die laufende Saison hinaus beim Männerteam in der Verantwortung bleiben. „Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es nicht sinnvoll, irgendwas auszuschließen. Wir haben einen grundsätzlichen Plan. Wie es dann weitergeht, werden wir sehen“, sagte Heldt.2023 war Eta bereits als Interims-Assistentin der Männer-Auswahl eingesprungen. Für die kommende Saison soll sie eigentlich die Frauen-Mannschaft als Cheftrainerin in der Bundesliga übernehmen. Heldt fügte an, dass es noch keine Gespräche mit Frauen-Geschäftsführerin Jennifer Zietz zur neuen Personalsituation gegeben habe. Entweder er oder Zietz müssten einen neuen Chefcoach für die kommende Saison präsentieren, sagte der 56-Jährige und ließ alles offen.Zugleich versicherte Heldt, dass die Personalplanungen bald anlaufen. „Es macht auch gar keinen Sinn, jetzt vier Wochen ins Land zu streichen und keine Gespräche zu führen. Das werden wir sicherlich jetzt aber in der Ruhe dann auch irgendwann mal angehen“, sagte er – und skizzierte am Montag noch einmal die Beweggründe für das Ende von Baumgart.Der Auftritt in Heidenheim am vergangenen Samstag sei kraftlos und ideenlos gewesen. Um das Ergebnis von 1:3 sei es bei der Bewertung vorrangig nicht gegangen, sondern um die Art und Weise, wie die Mannschaft in beiden Halbzeiten gespielt habe. Insgesamt war die Rückrunde alles andere als zufriedenstellend. Dann verurteilte Heldt sexistische Äußerungen gegen Eta, die es nach der Verkündung der Personalie in Fankreisen gegeben hatte: „Ich finde es wahnsinnig, dass wir uns damit in der heutigen Zeit auseinandersetzen und uns rechtfertigen müssen. Wir reden hier von einer hochkompetenten Führungspersönlichkeit. Sie können sich sicher sein, dass alle hier bei Union Berlin, egal ob auf der Tribüne oder beim Verein selbst, zu einhundert Prozent hinter dieser Entscheidung stehen. Und wir werden mit voller Kraft dazu beitragen, dass das zukünftig zu keiner Diskussion mehr führt. Das ist einfach nur peinlich.“LaGa