PfadnavigationHomeSportFußballBundesliga1. FC Union BerlinMarie-Louise Eta„Ich möchte nicht wegen meines Geschlechts einen Posten bekommen“Stand: 11:14 UhrLesedauer: 3 MinutenUnter Marie-Louise Eta präsentierte sich der 1. FC Union vor allem offensiv erstaunlich gutQuelle: Soeren Stache/dpaIhr Engagement beim 1. FC Union Berlin sorgte weltweit für Aufsehen. Zur völligen Akzeptanz von Frauen im Profifußball der Männer sieht Marie-Louise Eta aber noch einen weiten Weg. Sie würde gern als Inspiration dienen.Noch im Mai will der 1. FC Union Berlin den neuen Trainer für die kommende Saison in der Fußball-Bundesliga präsentieren. Die Verantwortlichen hätten zuerst eine lange Liste abgearbeitet und sich schlussendlich auf drei Kandidaten festgelegt. „Wir haben uns mit den drei Kandidaten getroffen und Analysen durchgeführt“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler am Dienstag in einer Medienrunde vor der Mitgliederversammlung am Abend, „aus den dreien wird es einer werden.“Dabei betonte der 61-Jährige, dass bei der Auswahl des Übungsleiters „Sorgsamkeit vor Schnelligkeit“ gehe. Als mögliche Kandidaten für die Nachfolge von Interimstrainerin Marie-Louise Eta wurden zuletzt in Medienberichten der ehemalige Trainer vom Zweitligisten Karlsruher SC, Christian Eichner, ebenso aufgeführt wie Mauro Lustrinelli, der den Aufsteiger FC Thun sensationell zur Meisterschaft in der Schweiz geführt hatte. Ein Kandidat soll zudem Jess Thorup sein, der von 2023 bis 2025 den FC Augsburg trainierte.Lesen Sie auchFür wen auch immer sich die Verantwortlichen entscheiden, es wird ein schwieriges Erbe für den neuen Coach. Unter der Regie von Marie-Louise Eta spielte Union teils ansehnlichen Fußball, insbesondere bei den Siegen in Mainz (3:1) und daheim gegen Augsburg (4:0).Inspiration für Mädchen und FrauenEtas Engagement sorgte für großes Aufsehen, auch über die Landesgrenzen hinaus. Die 34-Jährige, die nun das Frauen-Bundesligateam von Union übernimmt, sieht bis zur völligen Akzeptanz von Frauen im Profi-Zirkus der Männer-Bundesliga noch einen weiten Weg. „Ein Wandel braucht Zeit. Man darf nicht vergessen, dass Frauenfußball in Deutschland lange ein gesellschaftliches Tabu war. Über Jahrzehnte sind Vorbehalte gewachsen, die zum Teil noch heute abgebaut werden müssen“, sagte die Interimstrainerin von Union Berlin nach ihrem Fünf-Spiele-Engagement als Cheftrainerin der Männer-Auswahl dem Magazin „Stern“.Dennoch hält Eta von der Einführung einer verpflichtenden Quote für Frauen in Spitzenpositionen, vergleichbar mit der in der Wirtschaft, nichts. „Ich verstehe den Ansatz, und soweit ich weiß, wird er mit Erfolg angewandt. Ich persönlich möchte keine Quote erfüllen und wegen meines Geschlechts einen Posten bekommen. Ich möchte aufgrund meiner Leistung und meiner Qualitäten eingestellt werden“, sagte Eta. Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify oder Apple Podcasts.Die ehemalige Bundesliga-Spielerin hatte bei den Eisernen Ende April als Nachfolgerin von Steffen Baumgart als erste Frau den verantwortlichen Trainerposten übernommen. Zuvor trainierte sie die U19-Junioren. „Ich neige nicht zu Wehmut. Ich bin dankbar für die Zeit, die ich hatte, und freue mich auf meine neue Aufgabe“, sagte Eta: „Als Trainerin werde ich nicht daran gemessen, ob ich eine historische Figur bin, sondern an gewonnenen Punkten.“ Einen Beitrag zu mehr Akzeptanz sieht sie durch ihr Engagement aber dennoch. „Meine Geschichte zeigt, dass alles erreichbar ist im Leben. Es wäre schön, wenn ich Mädchen und Frauen inspirieren kann, einen ähnlichen Weg einzuschlagen, und sich in Zukunft noch mehr Türen öffnen.“dpa/LaGa
Marie-Louise Eta: „Ich möchte nicht wegen meines Geschlechts einen Posten bekommen“ - WELT
Ihr Engagement beim 1. FC Union Berlin sorgte weltweit für Aufsehen. Zur völligen Akzeptanz von Frauen im Profifußball der Männer sieht Marie-Louise Eta aber noch einen weiten Weg. Sie würde gern als Inspiration dienen.








