2. Bundesliga

Am letzten Spieltag der Zweiten Bundesliga durften sich alle Mannschaften wenigstens ein bisschen wie Erstligisten fühlen, denn alle Duelle fanden am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr zeitgleich statt. 15.30 Uhr – das ist die traditionelle und beliebteste Anstoßzeit in der Bel Etage des deutschen Fußballs. Auch Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer von Hertha BSC, benutzte bei seinen öffentlichen Auftritten stets eine große „15.30“ als magisches Symbol bei Powerpoint-Präsentationen. „Das ist unser Ziel!“, so der starke Mann des Klubs.

Doch der selbst ernannte Aufstiegsanwärter ist krachend gescheitert und geht nach der desaströsen 1:6-Niederlage in Bielefeld einer unruhigen Zeit entgegen. Wegen des bevorstehenden heftigen personellen Umbruchs wird Hertha nicht zu den ersten Aufstiegskandidaten in der neuen Spielzeit zählen, die mit dem 1. FC Magdeburg, Dynamo Dresden und mit Aufsteiger Energie Cottbus, dem einstigen Angstgegner Herthas aus Erstligazeiten, drei Vereine aus dem Osten des Landes als Kontrahenten bringt.

Die „Magnet-Liga“ hieß sie vor dem Start der Saison 2025/26, weil diese Zweite Liga volle Stadien, Tradition ohne Ende und totale Spannung versprach. All das ist tatsächlich eingetreten. Und mit dem Label, „eine der besten und attraktivsten“ Zweiten Ligen Europas zu sein, kann diese Spielklasse weiter beste Werbung in eigener Sache betreiben. Mit dem Zuschauerkrösus FC Schalke 04 (61.700 Fans im Schnitt) hat die Liga zwar einen Branchenriesen an Liga eins verloren, aber mit Erstliga-Absteiger FC St. Pauli einen populären Kultklub bekommen, der große Anziehungskraft besitzt und im Schnitt 4.582 Auswärtsfahrer verzeichnete (Hertha BSC lag bei guten 3.380 Fans, die das Team im Schnitt in die fremden Stadien begleitete).