Wochenlang warb die offizielle Berlin-Website für Deutschlands größte Fanmeile am Brandenburger Tor. Vier bewachte Eingänge, fünf Großleinwände, detaillierte Sicherheitshinweise – alles sorgfältig aufgelistet. Nur eine Kleinigkeit fehlte: die Fanmeile selbst.

Nun wird die Fanmeile am Brandenburger Tor typischerweise von privaten Veranstaltern organisiert. Auf Anfrage teilte die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt mit, dass zu keinem Zeitpunkt ein Antrag für eine Fanmeile auf dem Tisch lag, den sie bewilligen hätte können. Zu interessieren schien das jedoch niemanden, schon gar nicht in der Senatskanzlei. Dort bewarb man eine Veranstaltung, die nie geplant worden war.

Die Senatskanzlei, die für den digitalen Auftritt Berlins die Verantwortung trägt, räumte auf Nachfrage eine „Fehlmeldung“ ein. Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) wiegelte ab: Man habe die Rahmenbedingungen geschaffen, eine Fanmeile werde traditionell aber eben privatwirtschaftlich organisiert. Dass die Anpfiff-Zeiten vieler Spiele bei diesem Turnier mitten in der Nacht stattfanden und dieser Umstand das Unterfangen für private Veranstalter schlicht unwirtschaftlich machte, schien im Rathaus niemanden zu tangieren.