Regisseur Cristian Mungiu stellt in Cannes unbarmherzige Fragen zu religiöser Freiheit. Und Léa Seydoux tauscht den Körper.

David blickt in den Spiegel und ist Léa Seydoux. Oder umgekehrt. In „L’inconnue“ verwirrt Arthur Harari mit Methode

Festival de Cannes

So hatte sich David (Niels Schneider) das wohl nicht vorgestellt. Der Fotograf kommt abends müde nach Hause, schläft auf dem Sofa ein, dann stürmt seine Freundin Alice in die dunkle Wohnung, um ihn zu ermahnen, er müsse heute noch zu ihrer Ausstellungseröffnung. Unbedingt.

Ein weiterer Freund, der Alice begleitet hat, entdeckt unter Davids Arbeiten zufällig ein Negativ, auf dem das Gesicht einer Frau zu erkennen ist. „Wer ist das?“, fragt er. Wenig später steht David auf der karnevalesken Eröffnungsparty inmitten kostümierter Gäste, er hingegen ist gekommen, wie er war.