In wenigen Wochen soll Deutschland die europäische EU-Transparenzrichtlinie umsetzen – doch noch ist man (übrigens nicht nur bei uns) noch weit weg von einem fertigen Gesetz – und es ist auch nicht zu erwarten, dass bis zum Stichtag am 7. Juni ein entsprechendes Gesetz für Deutschland fertiggestellt sein wird. Die verpflichtende Umsetzung sieht bei zu besetzenden Stellen in Zukunft vor, dass Arbeitgeber den Bewerber:innen in der Stellenanzeige oder spätestens vor dem Vorstellungsgespräch Informationen über das Einstiegsgehalt oder eine Gehaltsspanne geben müssen. Stellenanzeigen und Berufsbezeichnungen müssen zudem geschlechtsneutral formuliert sein.Anzeige

Warum das gar nicht so einfach sein wird und welche Fallstricke es sowohl für Arbeitgeber im Rahmen der Bewerbungsgespräche als auch für Stelleninhaber:innen in Zukunft gibt, haben wir in dieser Analyse zusammengefasst. Spannend ist aber auch ein Blick in die aktuelle Praxis der Stellenausschreibungen im internationalen Vergleich – und den hat das Stellenportal Indeed jetzt veröffentlicht.

Transparenz lässt noch überall zu wünschen übrig

Demnach sind noch die meisten EU-Staaten weit von einer flächendeckenden Transparenz in den Stellenausschreibungen entfernt. Doch Deutschland schneidet im Vergleich der betrachteten anderen Staaten am schlechtesten ab. Bei uns enthält derzeit nur rund jede achte Stellenanzeige (12,5 Prozent) eine konkrete Gehaltsangabe. Zuletzt habe sich die Transparenz sogar verschlechtert, sodasss der Anteil der Anzeigen mit Gehaltsangaben gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent zurückging.Anzeige