PfadnavigationHomePanorama„Mädchen aus dem Main“16-jährige Tochter an Schirmständer gebunden und in Fluss geworfen – Polizei nimmt Vater festStand: 12:20 UhrLesedauer: 3 MinutenMit dieser Gesichtskonstruktion bat die Polizei um Hinweise zum „Mädchen aus dem Main“ Quelle: Hessisches Landeskriminalamt/Polizei HessenNach 25 Jahren erhält das „Mädchen aus dem Main“ endlich wieder einen Namen. Die Polizei konnte die unbekannte Tote identifizieren. Der Vater der 16-Jährigen soll für die Tat verantwortlich sein.Fast 25 Jahre lang galt sie nur als das „Mädchen aus dem Main“ – eine unbekannte Jugendliche, deren Leiche im Sommer 2001 bei Frankfurt entdeckt worden war. Jetzt haben Ermittler den Cold Case offenbar gelöst: Die Tote konnte als die 16-jährige Diana S. aus Offenbach identifiziert werden. Ihr heute 67-jähriger Vater sitzt inzwischen unter Mordverdacht in Untersuchungshaft.Der Mann, ein inzwischen deutscher Staatsangehöriger pakistanischer Herkunft, wurde bereits vergangene Woche festgenommen und anschließend einem Haftrichter vorgeführt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt und des Hessischen Landeskriminalamts steht er im Verdacht, seine Tochter Ende Juli 2001 in der damaligen Familienwohnung in Offenbach getötet zu haben.Lesen Sie auchDie Ermittler gehen davon aus, dass der Vater die Jugendliche zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 „durch eine Vielzahl brutaler Schläge“ in der Wohnung der Familie tötete. Die Obduktion ergab als Todesursache „zwei durch stumpfe Gewalt hervorgerufene Rippenbrüche“, die Lunge und Milz verletzt haben. Diana S. soll in der Folge durch inneres Verbluten verstorben sein. Nach der Tat soll der Vater den Leichnam in ein Bettlaken mit Leopardenmuster eingewickelt, verschnürt und an einem Sonnenschirmständer befestigt haben, bevor er die Leiche im benachbarten Frankfurt in den Main warf.Ein Spaziergänger entdeckte das Bündel jedoch. Allerdings blieb trotz intensiver Ermittlungen die Identität der Toten über Jahrzehnte ungeklärt – bis zur Fahndungskampagne „Identify Me“, mit der unbekannte tote Frauen wieder einen Namen erhalten sollen. Im Oktober 2024 hatten die Behörden den Fall erneut öffentlich gemacht und weltweit um Hinweise zur Identität der Toten und zu möglichen Tätern gebeten, auch eine Zeichnung wurde veröffentlicht. Durch Hinweise aus der Bevölkerung sei es schließlich gelungen, die Identität der Jugendlichen zu klären und den Tatverdächtigen zu ermitteln.Das furchtbare Schicksal des „Mädchens aus dem Main“ und die Suche nach dem Täter beschäftigten die Behörden immer wieder. Denn die damalige Obduktion hatte ergeben, dass das Mädchen über Jahre schwer misshandelt worden war. Die 16-Jährige wies zahlreiche Spuren körperlicher Gewalt auf, darunter lange Narben sowie Fehlstellungen der Arme infolge von verheilten Knochenbrüchen. Zudem entdeckten die Rechtsmediziner Brandnarben am ganzen Körper, die möglicherweise durch brennende Zigaretten verursacht worden waren. Lesen Sie auchHinweise deuteten darauf hin, dass diese Verletzungen über längere Zeit auch nicht ärztlich behandelt worden waren. Außerdem war das Opfer nach Polizeiangaben 1,57 Meter groß, dabei aber auf 38,5 Kilogramm abgemagert. Zudem war das Mädchen keine Jungfrau mehr.Lesen Sie auchDie Ermittler hatten zwar schon damals einen Verdacht zur Herkunft der Toten, denn der Leichnam war mit sogenannten Nalas verschnürt worden – gestreiften Stoffbändern, die in Pakistan, Afghanistan und Indien als Gürtel für Pluderhosen genutzt werden. Auffällig war zudem, dass niemand das Mädchen als vermisst meldete. Daher kam der Verdacht auf, dass es sich um eine Angestellte in einem handeln könnte, doch dahingehende Ermittlungen blieben erfolglos. Eine Beisetzung der Toten wurde schließlich mithilfe von Spenden auf dem Parkfriedhof Heiligenstock ermöglicht.Zu möglichen Hintergründen der Tat machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine weiteren Angaben. Die Ermittlungen dauern an.dpa/AFP/kami