Schwindelartige Zustände herrschen gerade auf dem Trainerkarussell. Allein in der Bundesliga stehen bei sechs Klubs (Köln, Frankfurt, Leverkusen, Berlin, Mönchengladbach, St. Pauli) Wechsel entweder bevor oder werden zumindest diskutiert. Glücklich müssen jene Fußball-Lehrer sein, denen eine Karriere jenseits dieser Hysterie gelingt.Vor einem Jahr schien sich Xabi Alonso diesem elitären Kreis anzuschließen, nachdem er in Leverkusen zum von München und Liverpool umworbenen Lieblingskandidaten wurde. Er lehnte gelassen ab und ging ein Jahr später zu Real Madrid. Der Spanier schien mit seiner Souveränität und seiner Klugheit auf dem Weg in die Sphäre der Supercoaches Jürgen Klopp und Pep Guardiola, die fast alles gewinnen und dann von selbst gehen, statt sich rauswerfen zu lassen.Im Januar wurde Alonso jedoch in Madrid gefeuert. Nun wird er ab Juli den FC Chelsea übernehmen, wo Trainer einer ganz besonderen Geringschätzung ausgesetzt sind. Seit Thomas Tuchel dort 2022 gehen musste, war eine ganze Horde unterschiedlicher Trainer für das Team verantwortlich. Alonso ist der achte in nicht einmal vier Jahren.Er übernimmt einen Klub, der gerade darum kämpfen muss, sich zumindest für die Conference League zu qualifizieren, und dessen Chefs kaum zögern werden, rasch die nächste Entlassung anzuordnen. Willkommen auf jenen unbequemen Sitzen des Karussells, die besonders wild rotieren.