PfadnavigationHomeSportFußballBundesligaEintracht FrankfurtFrankfurtDie Eintracht im Sommer 2026 – eine riesige BaustelleStand: 13:13 UhrLesedauer: 4 MinutenVon den Fans ausgepfiffen: Trainer Albert RieraQuelle: Getty Images/Alex GrimmTrainer Albert Riera steht vor dem Aus, Jonny Burkardt beklagt fehlende Geschlossenheit – und die Ultras zündeln nicht nur im übertragenen Sinn. Bei Eintracht Frankfurt gibt es nach der enttäuschenden Saison viel aufzuarbeiten.Ein versöhnlicher Saisonausklang sieht anders aus. Nach dem Schlusspfiff kletterten die Ultras von Eintracht Frankfurt über die Absperrung und bauten sich hinter dem Tor auf. Der befürchtete Platzsturm blieb zwar aus, doch die Situation konnte durchaus als bedrohlich empfunden werden. Die Fernsehteams, die im Innenraum der Deutsche Bank Arena noch Interviews führten, verzogen sich sicherheitshalber in die Katakomben.Es war bereits vor und während des Spiels gegen den VfB Stuttgart, das die Frankfurter nach einem 0:2-Rückstand zur Pause noch mit einem 2:2 beenden konnten, zu irritierenden Szenen gekommen. Raketen, Böller und Bengalos waren in der Fankurve gezündet worden. Feuerwerkskörper wurden auf das Spielfeld geschossen. Die Partie konnte erst mit sechsminütiger Verspätung angepfiffen werden. Zwei Menschen wurden verletzt, ein Fan musste ins Krankenhaus gebracht werden.Lesen Sie auch„Was passiert ist, ist eine Inkaufnahme von Verletzungen, und genau das hat sich realisiert. Wer in so einem Ausmaß Raketen in die Luft schießt, hat den Verstand verloren“, sagte Frankfurts Vorstandsmitglied Philipp Reschke und kündigte eine Aufarbeitung an. Es wurden tatsächlich Fragen aufgeworfen: Wie war es möglich, dass derartige Mengen an Pyrotechnik unbemerkt durch die Ordnungsdienste ins Stadion geschmuggelt werden konnten? Was muss passieren, um solche Szenen zukünftig zu verhindern? „Wir reden vom Herz der Kurve, und dann werden die eigenen Leute dort in allergrößte Gefahr gebracht. Das ist irre. Das geht zu weit. Es muss spätestens jetzt jedem klar geworden sein, was hier passieren kann“, sagte Reschke.Eintracht Frankfurt steht am ScheidewegDie Gereiztheit der organisierten Fans war allerdings nicht nur an den Pyro-Exzessen abzulesen. Schon vor dem Spiel war Trainer Albert Riera ausgepfiffen worden. In der Schlussphase wurde ein Banner mit einer klaren Botschaft an die Adresse des Spaniers entrollt: „Nada de gracias, Alberto“ – „Danke für nichts, Alberto.“Riera wirkte angefasst. „Wenn du nicht gewinnst, musst du das akzeptieren. Ich versuche alles, bringe mein komplettes Wissen und mein Engagement ein. Und wenn es nicht reicht, kommt eben jemand anderes“, sagte er – wohl wissend, dass er wahrscheinlich keine Zukunft mehr haben wird. Nach nur vier Monaten ohne erkennbare Weiterentwicklung wird mit seiner Ablösung gerechnet.Zum ersten Mal seit der Saison 2020/21 hat die Eintracht das internationale Geschäft verpasst. Um doch noch in die Conference League zu kommen, hätte selbst ein Sieg nicht gereicht. Denn der SC Freiburg gewann zeitgleich mit 4:1 gegen Leipzig und sicherte sich so den siebten Platz.Lesen Sie auchDer Europa League-Sieger von 2022 steht im Sommer 2026 am Scheideweg. „Wir wollen erst einmal das Spiel sacken lassen. Dann werden wir uns in den nächsten Tagen Gedanken machen, wie wir in der Zukunft weitermachen“, sagte Markus Krösche. „Wir waren dieses Jahr einfach nicht gut genug, nicht konstant genug“, so der Sportvorstand. Trotzdem sei es noch nicht der „richtige Zeitpunkt, um über Personalien zu sprechen.“Burkhardt attestiert allen im Verein „einen schlechten Job“Dagegen sparte Johnny Burkhardt nicht mit Kritik – auch nicht mit Kritik an Entscheidungen, die der ohnehin hochumstrittene Trainer getroffen hatte. Das System, das Riera versucht hatte, spielen zu lassen, hätte nicht zur Mannschaft gepasst. Alle im Verein hätten „einen schlechten Job“ gemacht, so der Nationalspieler: „Man sieht ja auch, wöchentlich kommen Interna raus. Da stimmt gerade vieles nicht. Ich glaube, dass sich einiges ändern sollte und muss.“Lesen Sie auchDa vor allem das Verhältnis zwischen Burkhardt und Riera als extrem belastet gilt, scheint es ausgeschlossen, dass die Frankfurter mit diesem Coach weitermachen. Seit Tagen wird spekuliert, dass der Österreicher Adi Hütter zurückgeholt werden soll. Hütter war bereits zwischen 2028 und 2021 bei der Eintracht.Doch es dürfte weitere Veränderungen geben – vor allem in der Mannschaft. „Wir werden einen großen Umbruch nicht nur erleben, sondern ihn diesmal auch wirklich wollen. Es ist doch klar, dass du nach so einem Jahr ein paar Anpassungen vornehmen musst“, hatte Vorstandssprecher Axel Hellmann angekündigt. Ob es dann „zehn, zwölf oder 15 Spieler“ betreffe, könne er nicht sagen. In jedem Fall steht der Eintracht ein ereignisreicher Sommer bevor.