Erst im November hatte die offene Plattform arXiv neue Regeln für Inhalte aus LLMs vorgelegt, nun gibt es noch härtere Sanktionen. Für eine Vielzahl von unwissenschaftlichen Methoden bei den dort veröffentlichten Papers kann eine sofortige Sperre von einem Jahr verhängt werden. Und wenn eine so aufgefallene Person danach Arbeiten einreicht, werden diese erst publiziert, wenn sie bei einem anderen renommierten wissenschaftlichen Medium schon erschienen, oder für einen Vortrag bei einer entsprechenden Konferenz angenommen wurden.

ArXiv dreht in diesen Fällen sein bisheriges Vorgehen um. Seit über drei Jahrzehnten ist die Plattform unter Wissenschaftlern vor allem deswegen beliebt, weil eine Veröffentlichung wie ein Paper oder eine Studie nicht erst „peer reviewed“ sein muss. Dem aufwändigen Prozess, bei dem in der Regel über Monate Personen aus dem selben Fachgebiet die Inhalte prüfen, konnte man so – zumindest vorübergehend – entgehen. Bei den Veröffentlichungen handelt es sich dann um „Preprints“, was historisch für noch nicht gedrucktes Material steht. Fast drei Millionen solcher Preprints hat arXiv seit 1991 veröffentlicht.

Erst Prüfung durch Menschen, dann Sperre

Offenbar wird diese Möglichkeit im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz zunehmend missbraucht, und zwar über alle Fachbereiche hinweg. Ende 2025 galt zunächst, dass für Computerwissenschaften beziehungsweise Informatik immer ein peer review gefordert ist und das Paper bei einer Konferenz oder einem Journal akzeptiert worden sein muss. Nun gilt das, bei einem KI-Verstoß, auch für alle anderen Bereiche. Dabei gibt es keine Verwarnung, aber auch menschliche Prüfung. Wie Thomas Dietterich, Leiter der Abteilung für Computerwissenschaften bei arXiv, 404 Media sagte, muss ein Verstoß von einem der Moderatoren von arXiv dokumentiert und intern bestätigt werden, bevor eine Sperre erfolgt. Es gibt auch die Möglichkeit des Einspruchs, also gegebenenfalls zumindest eine zweite Prüfung.