Abholzung und Klimawandel : Gefahr für Amazonaswald größer als gedacht16.05.2026, 13:38Lesezeit: 1 Min.Wird der Amazonasdschungel weiter abgeholzt, könnte er auch dann kollabieren, wenn sich die Erde um weniger als zwei Grad erwärmt. Forscher aus Frankfurt und Potsdam warnen vor den Folgen.Demnach könnten sich zwei Drittel des Amazonaswaldes bei einer globalen Erwärmung um 1,5 bis 1,9 Grad in stark geschwächten Regenwald oder savannenähnliche Landschaft verwandeln, wenn zuvor 22 bis 28 Prozent des Amazonasgebiets entwaldet wurden. Ohne zusätzliche Abholzung würden solch großflächige Veränderungen erst bei einem Temperaturanstieg um 3,7 bis 4 Grad auftreten, schreibt die Goethe-Universität. Aktuell sind schon 17 bis 18 Prozent des Dschungels zerstört. Ein Abholzungsstopp und Wiederaufforstungen könnten die Widerstandsfähigkeit des Regenwaldes stärken, so die Wissenschaftler.„Abholzung macht den Amazonas deutlich anfälliger, als wir bisher dachten“, sagt der Frankfurter Professor Nico Wunderling, Hauptautor der Studie. „Sie trocknet die Atmosphäre aus und schwächt die Fähigkeit des Waldes, seinen eigenen Niederschlag zu erzeugen.“ Bis zu 50 Prozent des Niederschlags über dem Amazonasbecken entstehen aus Wasser, das von den Bäumen dort selbst in die Atmosphäre abgegeben wird. Werde der Regenwald zerstört, schwäche sich dieser Kreislauf ab, der Trockenstress nehme zu und in Windrichtung gelegene Waldgebiete würden anfälliger, warnen die Forscher.Nach Worten von Johan Rockström, dem Direktor des Potsdam-Instituts, hätte ein Kollaps des Amazonas-Ökosystems „nicht nur verheerende Folgen für die Region, sondern weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Planeten“.
Forscher: Gefahr für Amazonas-Regenwald größer als gedacht
Wird der Amazonasdschungel weiter abgeholzt, könnte er auch dann kollabieren, wenn sich die Erde um weniger als zwei Grad erwärmt. Forscher aus Frankfurt und Potsdam warnen vor den Folgen.











