Koro hat mit Trockenfrüchten und Nüssen nicht nur Instagram und Tiktok erobert, sondern auch die Regale von Rewe und Co. Wie schafft es das Start-up, trotz schlechter Konsumlaune so erfolgreich zu sein?

Manchmal brauchen gute Entscheidungen Zeit. Daniel Kundt kennt sich ziemlich gut mit Zahlen aus. Als Piran Asci, einer der Gründer der Snackmarke Koro, ihn vor etwa fünf Jahren fragte, ob er ins Unternehmen einsteigen wolle, fragte sich der Zahlenmensch: Ist das wirklich eine gute Idee? Schließlich gibt es Müsliriegel, Nüsse und Trockenfrüchte doch in jedem Supermarkt um die Ecke. Doch er sagte schließlich zu.

Heute ist Kundt noch immer Finanzvorstand des Berliner Start-ups. Sein eindeutiges Fazit: Die Entscheidung hat sich gelohnt. Mit einem satten Wachstum von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr konnte Koro seinen Umsatz auf 252 Millionen Euro steigern. Mehr noch: Nach deutlichen Verlusten in den Jahren 2022 und 2023 befindet sich das Start-up hinsichtlich des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wieder im positiven Bereich.

Angesichts der aktuellen Marktlage sind solche Geschäftszahlen außergewöhnlich. Der Handel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren wuchs im vergangenen Jahr real lediglich um 1,1 Prozent, zeigen Daten des Statistischen Bundesamts. Derzeit spricht der Handelsverband Deutschland (HDE) von der schlechtesten Verbraucherstimmung seit mehr als drei Jahren. Wie hat es Koro geschafft, gegen diese miese Stimmung erfolgreich anzukämpfen?