Wieder spricht Friedrich Merz in Würzburg vor jungen Leuten über die USA. Und wieder hält er sich dabei kaum zurück.

Es ist ein freundlicher Empfang für Friedrich Merz. So viel Applaus wie im Congress Centrum in Würzburg bekommt der Bundeskanzler sonst wohl nur bei CDU-Veranstaltungen. Als Merz dort am Freitag vor mehr als tausend Teilnehmern des Katholikentags die Bühne betritt, sieht es nach einem Heimspiel aus. Bevor steht ihm sein erster Auftritt bei einem Katholikentag als Kanzler. Merz ist der erste katholische Kanzler seit Helmut Kohl. Er soll mit „jungen Menschen“, wie es im Programm heißt, über die Zukunft debattieren.

Das Gespräch beginnt mit einer Frage, die Kanzlern nur auf katholischen oder evangelischen Kirchentagen gestellt wird: Der Moderator will wissen, was eine Bibelstelle für Merz bedeutet, auf die er sich vor zwei Jahren beim Katholikentag in Erfurt berufen hatte. Damals hielt er eine viel beachtete Rede zur Friedenspolitik. Die Bibelstelle stammt aus dem Hebräerbrief des Apostels Paulus und lautet: „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern wir suchen die zukünftige.“ Merz antwortet, diese Stelle mache deutlich, dass es in dieser Welt immer nur um vorletzte Dinge gehe, und rufe zur Demut auf. Er habe damit zeigen wollen, „dass wir diese Welt nur geliehen haben, dass wir den Auftrag haben, die Welt den Kindern und Enkelkindern in einem guten Zustand zu übergeben“.