Das Städtchen mit dem schönen Namen Monopoli liegt ziemlich weit im Süden Italiens, in Apulien zwischen Bari und Brindisi, fast 1300 Kilometer von München entfernt. Dort hat Siemens seine Hauptverwaltung, und die Münchner gaben jetzt bekannt, dass sie das Kerngeschäft der in Monopoli ansässigen Bahntechnikfirma Mermec übernehmen wollen, unbestätigten Angaben zufolge für immerhin rund 1,2 Milliarden Euro. Dabei geht es vor allem um Signal-, Diagnose- und Messtechnik für die Eisenbahn.
Aber es geht auch um das italienisch-deutsche Verhältnis. Das ist, was Übernahmen von Unternehmen angeht, derzeit nicht das Beste. Seit Längerem versucht Unicredit-Chef Andrea Orcel schon, die Commerzbank aus Frankfurt zu übernehmen. Inzwischen hat er fast 30 Prozent der Aktien, doch der Widerstand in Deutschland gegen die italienische Großbank aus Mailand und ihr durchaus rüdes Vorgehen ist hoch. Schon davor hatte es Diskussionen gegeben, als die Medienholding Media for Europe (MFE), die von der Familie des ehemaligen, rechtspopulistischen Ministerpräsident Italiens, Silvio Berlusconi kontrolliert wird, Interesse an Pro Sieben Sat 1 zeigte. Nach einem Übernahmekampf, der Jahre dauert, waren im vergangenen Jahr die Italiener am Ziel. MFE kontrolliert nun rund 75 Prozent an dem deutschen Fernsehunternehmen und regiert durch.











