Die Bundesregierung rechnet wegen des Iran-Kriegs mit einem Rückschlag für die Konjunktur. „Aktuelle Indikatoren deuten auf einen deutlichen Dämpfer im zweiten Quartal hin“, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. Steigende Preise, Lieferkettenprobleme und Unsicherheit belasteten die Stimmung in Unternehmen wie in privaten Haushalten.

In den kommenden Monaten ⁠sei weiterhin mit hoher Volatilität an den Energie-, Rohstoff- und Finanzmärkten zu rechnen. „Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt davon ab, wie lange der Konflikt im Nahen Osten andauert und Handelswege sowie Produktionskapazitäten beeinträchtigt bleiben“, schreibt das Ministerium. Aber auch nach einer Entspannung der Lage dürften die Folgen ‌bei Energie- und Rohstoffpreisen sowie Lieferketten noch länger spürbar sein.

Europas größte ‌Volkswirtschaft ist überraschend gut ins Jahr gestartet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Januar bis März um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wozu steigende staatliche und private Konsumausgaben beitrugen. Zum Vergleich: Die Euro-Zone insgesamt schaffte nur ein Mini-Plus von 0,1 Prozent.

Sorgen macht der Bundesregierung die exportabhängige Industrie. Zwar seien die Auftragseingänge zuletzt gestiegen, schreibt das Wirtschaftsministerium in dem Bereich. Dabei dürften allerdings Vorzieheffekte im Zuge des Ausbruchs des Iran-Kriegs eine Rolle gespielt haben. Eine Frühjahresbelebung zeichne sich derzeit nicht ab.