Mit Aufrufen zu mehr Zuversicht, demokratischem Engagement und gesellschaftlichem Zusammenhalt ist in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag eröffnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bischöfe und katholische Laien warnten dabei vor Resignation, Hass und einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft.

»Wir müssen aufhören, uns selbst in die Ohnmacht und das Land in den Abgrund zu reden«, sagte Steinmeier vor rund 9.000 Besucherinnen und Besuchern, die auf dem Residenzplatz dem Regen standhielten: »Viele haben das Gefühl, es ginge nichts mehr, die Zukunft könne notwendigerweise nur düster sein.« Doch gerade Christen müssten gegen Hoffnungslosigkeit aufstehen, sagte der Bundespräsident, und: »Eine Welt ohne Hoffnung und ohne Zuversicht, das ist nicht unsere Welt.«

Söder nannte in seiner Rede Religion und Kirche wichtige Bollwerke gegen antidemokratische Kräfte und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er selbst wolle nicht in einem Land ohne Glauben leben, denn ein solches Land wäre anfälliger für Verrohung und politische Extreme, sagte er.

Demonstrationen erwartet

In Würzburg stehen in den nächsten Tagen etwa 900 Programmpunkte an, darunter Konzerte, Ausstellungen, Gottesdienste, vertrauliche Gespräche in kleiner Runde, Mitmach-Aktionen, Literatur, Theater, Kunstprojekte und vieles mehr.