Auf Kuba spitzt sich wegen der anhaltenden US-Blockade die Energiekrise dramatisch zu. Die Öl- und Treibstoffreserven auf der Insel sind nach Regierungsangaben aufgebraucht. Die Stromversorgung ist großflächig zusammengebrochen. Hunderte Anwohner kamen zu Protesten zusammen, was auf der kommunistisch regierten Karibikinsel selten geschieht. In Teilen der Hauptstadt Havanna brannten Barrikaden. Wütende Anwohner schlugen auf Töpfe und riefen »Schaltet das Licht an«.

Zuvor hatte der kubanische Energieminister Vicente de la O Levy im Staatsfernsehen mitgeteilt, die Treibstofflager seien leer. »Wir haben absolut kein Öl und absolut keinen Diesel mehr«, sagte de la O Levy. ⁠Das nationale Stromnetz befinde sich ​in einem kritischen Zustand, die Hauptstadt Havanna erlebe die ‌schwersten Stromausfälle seit ⁠Jahrzehnten. Viele Stadtteile ​seien 20 bis 22 Stunden täglich ohne Strom, sagte de la O Levy.

Die kommunistische Regierung des Karibikstaates führt die Krise auf eine monatelange US-Ölblockade zurück. US-Präsident Donald Trump droht Staaten mit Zöllen, die Kuba beliefern. Die US-Regierung will mit diesem Boykott einen wirtschaftlichen und politischen Wandel auf der Insel erzwingen. Die Versorgung aus Venezuela, dem bisher wichtigsten Öllieferanten Kubas, ist seit der Entmachtung von Staatspräsident Nicolás Maduro durch das US-Militär im Januar abgeschnitten.