Als erster US-Präsident seit seinem Besuch 2017 wird Donald Trump von seinem Amtskollegen Xi Jinping in China erwartet. Seit Trumps letzter Chinareise vor neun Jahren haben sich die Beziehungen abgekühlt. Zu den Gründen gehören Trumps aggressive Zollpolitik und der Irankrieg. Sie zählen zu den Hauptthemen seiner Gespräche mit Xi.

Auch über Waffenlieferungen an Taiwan will Trump auf Drängen von Xi sprechen. Das käme einem Tabubruch gleich: Ein seit den 1980er-Jahren bestehendes Grundprinzip US-amerikanischer Außenpolitik besagt, dass die USA die chinesische Regierung nicht vor solchen Rüstungsgeschäften mit Taiwan konsultieren. Im Dezember hatten die USA einen Rüstungsvertrag im Umfang von gut neun Milliarden Euro mit Taiwan verkündet. China, das die demokratisch regierte Insel als abtrünnige Provinz betrachtet, sieht darin einen Affront und führte in der Folge neue Militärmanöver rund um Taiwan durch.

Zudem überschattet der US-israelische Krieg gegen den Iran Trumps China-Besuch. Während Peking eine dauerhafte Friedenslösung befürwortet, ist Trump ein Abkommen mit dem Iran bisher nicht gelungen. Der US-Präsident sagte vor seiner Abreise, er werde ein »langes Gespräch« mit Xi über das Thema führen. Die iranische Antwort auf den US-Friedensvorschlag hatte Trump als unzureichend bezeichnet. Für die seit April geltende Feuerpause sieht Trump wegen wiederholter Gefechte nur eine »Überlebenschance von einem Prozent«.