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Trump in Peking: Xi warnt Trump vor „Konflikt“ wegen Taiwan Gleich zu Beginn der zweitägigen Verhandlungen mit dem US‑Präsidenten macht Chinas Staatsführer klar, welches Thema für ihn am wichtigsten ist.

Sabine Gusbeth 14.05.2026 - 06:51 Uhr Artikel anhörenChinas Staatspräsident Xi Jinping nimmt seinen US-Amtskollegen Donald Trump in Peking in Empfang. Foto: REUTERSPeking. Mit militärischen Ehren und einer Schar jubelnder Kinder hat Chinas Staats- und Parteichef US-Präsident Donald Trump am Donnerstagmorgen vor der großen Halle des Volkes in Peking begrüßt, wie auf Bildern im chinesischen Staatsfernsehen zu sehen war.Trump zeigte sich beeindruckt, „vor allem von den Kindern“. In seinem Auftaktstatement bezeichnete er Chinas autokratischen Machthaber einmal mehr als „großartigen Führer“. Die USA und China hätten eine „fantastische“ gemeinsame Zukunft.Für chinesische Verhältnisse ungewöhnlich deutlich wies Xi in seinen öffentlichen Ausführungen zu Beginn auf die Bedeutung des Treffens hin. Die Welt stehe an einem Scheideweg. Es gehe darum, „ob China und die USA die sogenannte Thukydides-Falle überwinden und ein neues Paradigma der Beziehungen zwischen Großmächten schaffen können“. Die Thukydides-Falle ist eine politikwissenschaftliche Metapher für das Risiko eines Kriegs zwischen einer aufsteigenden Macht und einer etablierten Weltmacht.Das anschließende Gespräch fand hinter geschlossenen Türen statt. Das erste offizielle Statement, das die chinesische Seite noch während des laufenden Gesprächs veröffentlichte, waren Xis Aussagen zu Taiwan. Das machte deutlich, wie wichtig dieses Thema für Peking ist.Die kommunistische Staatsführung erhebt Anspruch auf die autonome, demokratisch regierte Insel, obwohl sie dort nie geherrscht hat. Die USA gelten als wichtigste Schutzmacht Taiwans und beliefern es mit Waffen.Die Taiwan-Frage sei das wichtigste Thema in den Beziehungen zwischen China und den USA, sagte Xi der staatlichen Nachrichtenagentur Xi zufolge. Wenn man sie nicht gut handhabe, „könnten beide Länder aneinandergeraten, ja sogar in Konflikt geraten und die gesamten chinesisch-amerikanischen Beziehungen in eine äußerst gefährliche Lage treiben“. Weitere Details aus dem ersten Treffen zwischen Xi und Trump wurden zunächst nicht bekannt.Kommentar Taiwan kommt auf den Verhandlungstisch Sabine GusbethTrump war am Mittwochabend Ortszeit in Peking angekommen. Am Donnerstagmorgen traf er Xi zu einem ersten bilateralen Gespräch. Für den Nachmittag ist ein Besuch im Himmelstempel geplant, in dem die Kaiser von China das Mandat des Himmels empfingen. Am Abend soll ein Staatsbankett stattfinden. Für Freitag sind weitere bilaterale Gespräche geplant.Der US-Präsident wird begleitet von Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie Finanzminister Scott Bessent, der die bisherigen Verhandlungen mit China führte. Zudem hat er eine prominent besetzte Wirtschaftsdelegation dabei, unter anderem mit Tesla-Chef Elon Musk und Nvidia-Chef Jensen Huang.Huangs Teilnahme wurde erst kurzfristig bekannt gegeben. Sie ist deshalb interessant, weil die USA bislang China den Zugang zu den fortschrittlichsten Nvidia-Halbleitern verwehren, um den technologischen Fortschritt der Volksrepublik zu bremsen. Peking kritisiert dies.Soldaten präsentieren die Flaggen von China und den USA vor der Großen Halle des Volkes in Peking. Foto: APTrumps Besuch in Peking ist die erste China-Reise eines US-Präsidenten seit 2017. Auch damals war es Trump, der von Xi empfangen wurde. Schon bei diesem Besuch kritisierte Trump den hohen Exportüberschuss Chinas. Beide Seiten vereinbarten bei dem Treffen Deals mit einem Volumen von rund 250 Milliarden US-Dollar, die jedoch größtenteils nicht umgesetzt wurden. Kurz darauf überzog Trump China mit Zöllen.Xi hat aus dieser Erfahrung gelernt und ein umfangreiches Vergeltungsinstrumentarium aufgebaut, um sich zur Wehr zu setzen. Insbesondere mit den Exportkontrollen bei den wichtigen Industriemetallen der seltenen Erden verfügt Peking über ein wirkungsvolles Druckmittel, mit dem es Washington im aktuellen Handelskonflikt zurück an den Verhandlungstisch zwang.Auch heute ist das Handelsungleichgewicht einer der Hauptkritikpunkte aus Sicht der USA. Zudem sieht Washington die militärische und technologische Aufholjagd Chinas kritisch und versucht, sie mit Ausfuhrbeschränkungen für Hightech-Chips zu bremsen. Die USA kritisieren zudem Chinas Unterstützung für Russland und den Iran.Gipfeltreffen „Die USA kämpfen, ohne zu gewinnen“: Vier Gründe, warum Xi gestärkt in das Treffen mit Trump geht „Die Verbündeten Chinas sind alle Drecksäcke“, sagte der republikanische Senator Lindsey Graham dem Sender Fox News bei der Live-Übertragung zu Trumps Empfang in China. China könne dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen und das Blutbad in der Ukraine zu beenden. Wenn sie Russland und den Iran weiter unterstützten, gebe es „Geschäfte am Montag, Zölle am Dienstag“. Verwandte Themen Donald TrumpUSAIranNvidiaXi JinpingBoeingFür China geht es bei den Gesprächen neben der Taiwan-Frage vor allem darum, wieder besseren Zugang zu Hightech-Halbleitern zu bekommen sowie niedrigere Zölle, weniger Sanktionen und weniger Beschränkungen für chinesische Investitionen in den USA. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt