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Kulturkampf um Udo Lindenberg: Kurz vor seinem 80. Geburtstag entdeckt eine junge Generation alte Songtexte des Sängers. Die sollen mehr als nur problematisch sein. Doch was hat es mit den ominösen Songs wirklich auf sich?

Er hatte wirklich lange darauf hingearbeitet. Schon zu Beginn seiner Karriere, die damals noch gar keine Karriere war, hatte er sich vorgenommen, den Bürgern in der DDR eine, nein, seine Stimme zu geben. Und er wollte für sie spielen. Aber das war gar nicht so leicht. Wieder und wieder wurden seine Tourpläne von der DDR-Obrigkeit abgeschmettert. Jetzt aber stand Udo Lindenberg wirklich ganz kurz davor, sein großes Ziel zu erreichen. Eine große Tour sollte ihn durch den Osten führen, und das hier, am 25. Oktober 1983, war die Generalprobe. Im Palast der Republik herrschte künstlich erzeugte Disziplin.

Die 4.500 Plätze im großen Saal des DDR-Machtzentrums waren komplett mit linientreuen, handverlesenen FDJ-Mitgliedern besetzt. Auf der Bühne stand Udo Lindenberg in seinem klassischen Udo-Lindenberg-Outfit: Lederjacke, Sonnenbrille, die Haltung zwischen Coolness und Kampfansage. Es war sein erster Auftritt im Osten, live übertragen im DDR‑Rundfunk. Vermarktet als „Friedenskonzert“, erwartete die SED-Führung eine reine Propagandaveranstaltung gegen westliche Rüstungspläne.