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erke: Bei geplanten Karrierewechseln immer erst mal recherchieren. Lohnt mitunter enorm, weil man ohne Recherche ja nicht wissen kann, ob das Ziel wirklich besser ist als der Start, und falls es nicht besser wäre, könnte man sich den Weg wiederum direkt sparen. Wege sind schließlich oft aufwendig.

War insofern – Linkedin gab es noch nicht, und Jobcenter arbeiteten selten auf dem Niveau von heute – klug von Udo Lindenberg, direkt an die verfügbare Quelle zu gehen. Im Düsseldorf der frühen Sechzigerjahre war diese Quelle unter anderem ein Mann namens Benny Quick, frühen Fans bekannt als Charly aus Essen, der bürgerlich sehr anders hieß, und gerade einen Song namens „Motorbiene“ veröffentlicht hatte. Ein Stück Musik, das das Frauenbild in Eiche rustikal mit Doo-Wop, Motorengebrumm und dem Wort „Sozius“ verband und damit leidlich erfolgreich war. Lindenberg machte damals gerade für ein paar kurze Wochen eine Ausbildung im Hotel Breidenbacher Hof, plante aber, das Gastspiel demnächst zu beenden.

Also ging er zu Quick und stellte diese wichtige Recherchefrage: „So’n leben als Popstar: Ist das richtig geil?“

Quick, so paraphrasiert Lindenberg die Episode in der Doku, die die ARD ihm zum nahen 80. Geburtstag spendiert, habe darauf erwidert, dass das Ganze tatsächlich lohnend sei, weil: „Lange Autos. Jede Menge Frauen. Auch Männer. Alles, was du willst.“ Geld eh. „Das Konto ist brechend voll. Passt nichts mehr drauf.“ Gut angenuschelte Conclusio des damals grob 16-jährigen Lindenberg: „Ach so, sag ich … das wär’ doch … mach ich auch.“