PfadnavigationHomeRegionalesHamburgOlympische SpieleHamburgs Wirtschaft unterstützt mit Nachdruck eine Bewerbung für SommerspieleVeröffentlicht am 06.05.2026Lesedauer: 3 MinutenMit einer Drohnenshow an den Landungsbrücken startete im Februar die Hamburger OlympiakampagneQuelle: picture alliance/dpa/Christian CharisiusIn einer gemeinsamen Erklärung werben 27 Kammern und Verbände bei den Hamburgerinnen und Hamburgern für ein Ja beim laufenden Referendum. Sie sehen für die Hansestadt Chancen weit über wirtschaftliche Aspekte hinaus.Die Hamburger Wirtschaft unterstützt mit einem breiten Bündnis Olympische und Paralympische Spiele in der Stadt. In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sich 27 Kammern und Verbände für eine Bewerbung um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 aus. „Olympische und Paralympische Spiele bergen große Chancen für den Standort. Als Austragungsort würde die Sichtbarkeit Hamburgs in der Welt signifikant steigen“, heißt es in der Erklärung vom Mittwoch. „Die Spiele können ein Katalysator für entscheidende Zukunftsfelder sein und dafür sorgen, dass mehr Geld zur Verfügung steht, zum Beispiel für Verkehr und Digitalisierung. Gleichzeitig könnten Projekte schneller umgesetzt werden, die die Stadt ohnehin braucht.“ Die Wirtschaft setzt im Zusammenhang mit Olympischen und Paralympischen Spielen auf einen erheblichen Modernisierungsschub für die zweitgrößte deutsche Stadt. „Dazu gehören bessere Verkehrswege, nachhaltige Stadtentwicklung und vor allem mehr Barrierefreiheit. Eine Bewerbung bietet die Chance, Hamburg zu einer der barriereärmsten Städte Europas zu machen, davon würde der gesamte Standort profitieren.“Lesen Sie auchFür den 31. Mai hat die Hamburgischen Bürgerschaft ein Referendum angesetzt, das vom Senat, dem Hamburger Sportbund und vielen anderen gesellschaftlichen Kräften unterstützt wird. Gegen eine Austragung Olympischer und Paralympischer Sommerspiele in Hamburg kämpft die Initiative NOlympia, maßgeblich unterstützt von den Umweltverbänden Nabu und BUND. Die Gegner einer Olympiabewerbung argumentieren mit zunehmender Umweltzerstörung im Rahmen möglicher Spiele und damit, dass mit Olympia letztlich nicht die Bedürfnisse der Hamburgerinnen und Hamburger selbst unterstützt würden, etwa beim Wohnungsbau oder der Modernisierung von Quartieren.Bereits seit Ende April können die Hamburgerinnen und Hamburger per Briefwahl beim Referendum abstimmen. Ende 2015 war ein von der Bürgerschaft angesetztes Referendum für eine Olympiabewerbung knapp gescheitert. Auch damals regierte in Hamburg ein Senat aus SPD und Grünen.Lesen Sie auchIn München ging ein Bürgerentscheid mit mehr als 66 Prozent der abgegebenen Stimmen im Oktober 2025 für eine erneute Olympiabewerbung der bayerischen Landeshauptstadt aus. München hatte bereits die Olympischen Sommerspiele 1972 ausgetragen. In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens war im April über eine Olympiabewerbung abgestimmt worden, mit einer Zustimmung von ebenfalls etwa zwei Drittel der abgegebenen Stimmen. In Berlin wird aus verfassungsrechtlichen Gründen kein Referendum abgehalten, laut Umfragen gibt es in der Bundeshauptstadt aber eine deutliche Mehrheit für eine Olympiabewerbung. In Kiel stimmten im April mehr als 63 Prozent der Teilnehmenden für eine – nach 1972 – erneute Austragung der Olympischen und diesmal auch der Paralympischen Segelwettbewerbe.Lesen Sie auchIn ihrer gemeinsamen Erklärung betont die Hamburger Wirtschaft den gesellschaftlichen Wert, der in einer Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele stecke, weit über den wirtschaftlichen Nutzen im engeren Sinne hinaus: „Ein Hamburger Bewerbungskonzept kann Maßstäbe setzen: durch die Nutzung bestehender Infrastrukturen, kurzer Wege und konsequent nachhaltiger Lösungen. So kann Hamburg zeigen, wie klimaverantwortliche Großveranstaltungen heute organisiert werden – und sich als moderner, innovativer Standort auf internationaler Bühne positionieren. Auch gesellschaftlich bieten die Spiele große Chancen: Sie fördern Zusammenhalt, Bewegung und Teilhabe, setzen Impulse für Bildung und Innovation und stärken die Identifikation mit der eigenen Stadt.“Der Deutsche Olympische Sportbund entschiedet voraussichtlich Ende September, welche der vier deutschen Regionen sich für Deutschland beim Internationalen Olympischen Komitee in Lausanne bewirbt.Olaf Preuß ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG für Hamburg und Norddeutschland.
Olympische Spiele: Hamburgs Wirtschaft unterstützt mit Nachdruck eine Bewerbung für Sommerspiele - WELT
In einer gemeinsamen Erklärung werben 27 Kammern und Verbände bei den Hamburgerinnen und Hamburgern für ein Ja beim laufenden Referendum. Sie sehen für die Hansestadt Chancen weit über wirtschaftliche Aspekte hinaus.







