PfadnavigationHomePanoramaFake-Profile„Täter hat mich in extreme Gefahr gebracht“ – Fernandes macht Ulmen neue VorwürfeVeröffentlicht am 06.05.2026Lesedauer: 4 MinutenCollien Fernandes bei einer Demonstration in HamburgQuelle: picture alliance/Geisler-Fotopress/Christopher Tamcke/Geisler-FotopSchauspielerin Fernandes bekräftigt ihre Vorwürfe gegen Ex-Mann Ulmen und erhebt neue Anschuldigungen. In einem Interview wirft sie Ulmens Anwälten „Falschbehauptungen“ vor.Schauspielerin Collien Fernandes hat in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ihre Vorwürfe gegen ihren früheren Ehemann Christian Ulmen bekräftigt. Fernandes sagte der Zeitung, der Täter habe sie „in extreme Gefahr gebracht“. Zudem warf sie der Gegenseite vor, mit falschen Darstellungen zu arbeiten: „Seine Anwälte veröffentlichen Pressemitteilungen mit Falschbehauptungen.“Das Magazin „Spiegel“ hatte im März unter der Überschrift „Du hast mich virtuell vergewaltigt“ über den Fall berichtet. Fernandes wirft Ulmen vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt inzwischen zu einer Strafanzeige von Fernandes wegen des Vorwurfs der Nachstellung.Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Seine Anwälte gehen gegen mehrere Aspekte der „Spiegel“-Berichterstattung vor. So soll es der „Spiegel“ unterlassen, durch mehrere Äußerungen den Verdacht zu erwecken, Ulmen habe Deepfake-Videos, die Fernandes zeigen, „hergestellt und/oder verbreitet“. Außerdem richtet sich der Antrag im Verfahren vor der Pressekammer des Landgerichts Hamburg gegen den Eindruck, Ulmen habe „jeweils mindestens einmal“ körperliche Übergriffe oder Körperverletzungen gegenüber Fernandes begangen oder sie schwer bedroht.Lesen Sie auchIm Interview schildert Fernandes nun vor allem die Folgen für ihren Alltag und ihre Sicherheit. Sie habe nicht gewusst, mit welchen Männern unter ihrem Namen kommuniziert worden sei. Das habe bei ihr massive Angst ausgelöst. Fernandes sagte, sie habe befürchtet, dass Männer ihr auch im echten Leben zu nahe kommen könnten, weil sie glaubten, bereits intime Kontakte mit ihr zu haben. „Es hätte durchaus sein können, dass ein Mann mich bei einem Dreh hinter die Kulissen zieht und über mich herfällt, weil er denkt, das sei okay so, schließlich habe ich ihm ja vorher eine Geschichte geschickt, die ich erotisch finde, in der ich vergewaltigt werde.“Im Interview spricht Fernandes zumeist vom „Täter“, statt Christian Ulmen beim Namen zu nennen. Einzig bei der Vergewaltigungsfantasie, die verbreitet worden sei, sagt sie: „So was verschickte Christian unter meinem Namen.“Lesen Sie auchWörtlich sagte Fernandes der „FAZ“: „Der Täter hat mich mit seinem Verhalten in extreme Gefahr gebracht.“ Bei einem Masseur habe er in ihrem Namen einen Termin angefragt und dann begonnen, dem Mann anzügliche Nachrichten zu schreiben. „Er bat den Masseur, am Ende der Massage auf mir abzuspritzen. Was, wenn ich wirklich mal genau da hingegangen wäre?“Collien Fernandes: „Solche Falschbehauptungen sind eine miese Tätermasche“Fernandes machte außerdem Ulmen und seinen Anwälten im aktuellen Rechtsstreit schwere Vorwürfe. Die Gegenseite verbreite falsche Darstellungen, die viele Menschen für Tatsachen hielten. Als Beispiel nannte Fernandes die Behauptung, die spanische Staatsanwaltschaft habe den von ihr angezeigten Sachverhalten jede strafrechtliche Relevanz abgesprochen. Das treffe so nicht zu, sagte sie der Zeitung. „Solche Falschbehauptungen sind eine miese Tätermasche in Zeiten, in denen niemand mehr wirklich nachliest und Fakten kaum noch Relevanz haben.“Lesen Sie auchFernandes hatte eine Klage auf Mallorca eingereicht, weil sie und Ulmen dort am Ende ihrer Ehe seit 2023 gelebt hatten. Die dort vorgebrachten Vorwürfe umfassten Aneignung des Personenstandes, Geheimnisverrat, öffentliche Beleidigung, regelmäßige Misshandlung und schwere Drohungen. Ein Gericht in Palma de Mallorca erklärte, dass es für den Fall nicht zuständig sei, und gab den Fall an die deutsche Justiz ab. Es gehe um mutmaßliche Taten, die in Deutschland begangen worden seien. In einer Pressemitteilung hatten die Anwälte der Kanzlei Schertz Bergmann, die Ulmen vertreten, über diese Entscheidung auf Mallorca berichtet und dazu auch geschrieben, „denjenigen weiteren zur Anzeige gebrachten behaupteten Sachverhalten, die in Spanien spielen sollen“, habe die spanische Staatsanwaltschaft keinerlei hinreichende strafrechtliche Relevanz bescheinigt. Die verbleibenden unterstellten Sachverhalte fielen nach Ansicht der Justiz in die deutsche Zuständigkeit.Fernandes äußerte sich in dem Interview auch zu der Frage, ob im Fall sogenannte Deepfakes, also mit Künstlicher Intelligenz erstellte, realistisch wirkende Videos oder Bilder, verbreitet worden seien. Der Vorwurf wird in der „Spiegel“-Recherche nicht konkret gegen Ulmen erhoben. Bei Videos, die Männer beschrieben hätten, sei sie zunächst von möglichen Deepfakes ausgegangen, sagte Fernandes. Inzwischen gebe es jedoch einen anderen Kenntnisstand. Ob auch Deepfake-Fotos im Spiel waren, müssten forensische Analysen klären.Die Schauspielerin kritisierte zudem den aus ihrer Sicht unzureichenden strafrechtlichen Schutz vor digitaler Gewalt. Der von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig vorgelegte Gesetzentwurf gegen das unbefugte Verbreiten von Nacktaufnahmen, inklusive Deepfakes, gehe nicht weit genug. Zwei Jahre Höchststrafe seien „viel zu kurz“, sagte Fernandes. Wenn sich „Psychoterror“ über Jahrzehnte ziehe, sei ein solches Strafmaß „ein Witz“.ll