PfadnavigationHomePS WELTAuto-NewsWettlauf um die schnellste Ladesäule der WeltFlash ChargingVeröffentlicht am 29.04.2026Lesedauer: 5 MinutenBYD arbeitet am extrem schnellen LadenQuelle: Tomas HirschbergerMit Ladeleistungen jenseits der 1000-kW-Marke will der chinesische Hersteller BYD das Elektroauto endgültig auf Tankstellen-Niveau bringen – der Weg dorthin ist technisch anspruchsvoll und hat gerade erst begonnen. SP-X Zhengzhou Das Megawatt Charging galt lange als Domäne von Nutzfahrzeugen, doch mehr und mehr drängt die Technologie nun auch in den Pkw-Bereich. An der Spitze treibt der chinesische Elektro-Riese BYD diese Entwicklung mit bemerkenswerter Geschwindigkeit voran. Während aktuelle Schnellladesysteme meist bei 150 bis 350 kW liegen, verspricht das sogenannte Flash Charging des Herstellers in zweiter Generation bereits Leistungen von bis zu 1500 kW. Für vollelektrische Fahrzeuge und Plug-In-Hybride bedeutet das technologisch einen Sprung ins nächste Zeitalter und könnte die Akzeptanz der Elektromobilität deutlich beschleunigen. Denn damit schrumpfen Ladezeiten erstmals in die Nähe klassischer Tankstopps – zumindest unter idealen Bedingungen.
Im Kern funktioniert Megawatt Charging nach einem einfachen Prinzip: Mehr Leistung ergibt sich aus höherer Spannung und höherem Strom. Sind 400 Volt-Plattformen heute Standard und der teure Sprung auf 800 Volt-Architekturen noch die Ausnahme, setzt BYD bereits auf 1.000 Volt und Ströme von bis zu 1.000 Ampere und mehr. Kombiniert mit der neuesten Generation der LFP-Blade-Batterien 2.0 (Lithium-Eisenphosphat), die nicht nur billiger sind, sondern auch widerstandsfähiger, sowie spezieller Leistungselektronik und gezielter Kühlung lassen sich so theoretisch Ladeleistungen von deutlich über 1.000 kW realisieren. In der Praxis bedeutet das: In etwa fünf Minuten können bis zu 400 Kilometer Reichweite nachgeladen werden, BYD spricht von neun Minuten für die Füllung eines 122 kW-Akkus (10 – 97 %) – ein Ladetempo, das bislang als unerreichbar galt. Selbst bei Temperaturen von minus dreißig Grad Celsius soll es der Ladevorgang nur drei Minuten länger dauern. Megawatt Charging könnte insbesondere auf Langstrecken oder im Flotteneinsatz neuen Rückenwind für Elektrofahrzeuge bedeuten und damit eine zentrale Hürde der Elektromobilität abbauen.






