PfadnavigationHomeReiseFamilienurlaubeReisen mit kleinen Kindern – worauf Familien achten solltenVon Anna MertensVeröffentlicht am 27.04.2026Lesedauer: 4 MinutenGerade bei Fernreisen mit kleinen Kindern gilt: weniger Programm, mehr PlanungQuelle: Getty Images/d3signMit dem Nachwuchs die Welt zu erkunden, reizt viele Eltern. Damit die Reise für alle zum schönen Erlebnis wird, kommt es vor allem auf gute Planung an. Die wichtigsten Tipps im Überblick – inklusive Checkliste.Babymoon kurz vor der Entbindung, Fernreise mit dem Neugeborenen, Work-and-Travel mit dem Kita-Kind: Längere und kürzere Reisen sind bei jungen Familien beliebt. Laut aktueller Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen planen drei von vier Erwachsenen im laufenden Jahr zu verreisen. Im Regelfall gehört eine lange Urlaubsreise zur Jahresplanung dazu. Das Reisen mit Kindern stellt Erwachsene dabei oft vor neue Herausforderungen. Wo kann ich mit dem Kind hinreisen, welches Reisemittel ist am besten geeignet, welche Jahreszeit? Braucht mein Baby einen Reisepass und welche Impfungen sind nötig und sinnvoll? Im vergangenen Jahr wurde laut Reiseanalyse etwa jede fünfte Reise mit Kindern unter 13 Jahren unternommen.Das Centrum für Reisemedizin stellte sein 27. Forum Reisen und Gesundheit in Berlin Anfang März unter den Schwerpunkt Reisen mit Kindern. Dabei geht es etwa um das Fliegen in der Schwangerschaft oder mit Säuglingen, aber auch um die richtige Reiseapotheke und aktuelle Reiseimpfungen.Lesen Sie auchAuf Reiseportalen finden sich unzählige Hinweise, was bei einer Reise mit kleinen Kindern zu beachten ist. Angefangen beim Reisealter – frühestens ab dem vierten Monat – über die Nahrung bis hin zuguten Reisezielen. Grundsätzlich, so der Tipp, sei bei Reisen mit Kindern „Weniger oft mehr“.Straffe Zeitpläne und sehr kurze Aufenthalte seien für Kinder oft schwierig und verursachten für alle Reisenden Stress. Auch die Versorgung müsse gut geplant werden.Keine Übernachtung über 2500 Meter„Je exotischer das Reiseziel und je jünger das Kind, desto früher sollte eine qualifizierte reisemedizinische Beratung erfolgen“, erläutert Mathias Wagner, niedergelassener Kinderarzt in Berlin und Experte des Centrums für Reisemedizin. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Impfungen. Hier empfiehlt Wagner bei sehr kleinen Kindern und Fernreisen, eine darauf spezialisierte Impfberatung über den Kinderarzt hinaus zu konsultieren, falls dieser nicht reisemedizinisch geschult sei.Aus Sicht des Pädiaters Wagner gilt der Grundsatz: keine Reisen in Malariagebiete mit Kindern unter fünf Jahren und keine Übernachtungen über 2500 Höhenmetern. Denn gerade bei sehr kleinen Kindern seien die Symptome von Erkrankungen wie einer Malariainfektion oder Höhenkrankheit oft unspezifischer und die Krankheitsverläufe schwerer.Lesen Sie auchDaher rät Wagner, sich immer über die medizinische Infrastruktur und Gesundheitsversorgung im Zielland zu informieren. Innerhalb von 48 Stunden müsse eine kindgerecht ausgestattete medizinische Einrichtung erreichbar sein.Theoretisch könne ein Kind ab dem 7. Tag nach der Geburt fliegen. Aber ob das dem Kind immer zuträglich sei, sei sicher fraglich, sagt Wagner. Für die Empfehlung, erst ab dem 4. Lebensmonat zu reisen, gibt es laut Wagner keine klare wissenschaftliche Evidenz, aber sicher seien die Abläufe in der Familie eingespielter, was auch auf Reisen helfe.Andererseits ändern sich Herausforderungen und Risiken bei Reisen mit Kindern fortlaufend. „Das vier Monate alte Baby in der Trage hat kein großes Risiko, von einem streunenden Hund gebissen zu werden“, sagt Wagner. Sobald die Kinder mobiler seien, steige dieses Risiko rasant. Statistisch sind Kinder viermal häufiger von Tierbissen betroffen.Handy verschlimmert die ÜbelkeitAuch hinsichtlich der Fortbewegung gilt: Vorplanung ist alles. Während in Europa die Gurtpflicht gilt, gibt es in anderen Ländern gar keine Gurte in Autos oder kleineren Transportmitteln. Und auch Kindersitze seien nicht in jedem Fall verfügbar.Da lohnt es sich, so die Empfehlung der Reiseexperten, einen eigenen Sitz mitzubringen. Falls dem Kind im Auto, Zug oder auf dem Schiff dann übel wird, rät Wagner zu frischer Luft und, wenn nötig, Kaugummis gegen die Übelkeit. Bei Schiffen sei es ratsam, in der Mitte zu sitzen. Auch der Blick auf ein Handy oder Buch könne die Übelkeit verschlimmern.Eine gute Reiseapotheke für Familien sollte laut Centrum für Reisemedizin immer ein Fieberthermometer, Elektrolytlösungen, Wundmaterial, Sonnenschutz und Anti-Mücken-Mittel enthalten. Auch ein Mittel, um den Brechreiz zu stoppen, oder etwas gegen Reiseübelkeit hält Wagner für sinnvoll.Für Kinder sei bei Erbrechen und Durchfall das Risiko, zu dehydrieren, deutlich höher. Ein akuter Magen-Darm-Infekt treffe Kinder dreimal häufiger als Erwachsene.Wenn das Kind auf einer Reise erkrankt, sollten sich Eltern stets den Allgemeinzustand ansehen. „Wenn ein Kind nicht mehr sitzen oder stehen kann und nicht mehr essen will, sind das klare Alarmzeichen“, sagt Wagner.Checkliste für Reisen mit Kindern:Reisen mit Kindern, vor allem kleinen Kindern, benötigt aus Sicht des Centrums für Reisemedizin gute Vorplanung. Wichtig sind folgende Punkte:Die Reiseplanung sollte sich am jüngsten Kind ausrichtenBei der Länderauswahl das Malariarisiko sowie das Höhenprofil überprüfen. Mit Kleinkindern nicht in Höhen über 2500 Meter und Malariagebiete reisenImpfstatus aller Reisenden checken. Bei Bedarf rechtzeitig Impfungen auffrischen oder ergänzen, etwa Tollwut oder HepatitisReiseapotheke packen: Fieberthermometer, Elektrolytlösung, Wundverband, Sonnenschutz und Anti-Mücken-Mittel. Mittel gegen Reiseübelkeit ebenfalls sinnvollVerkehrssicherheit im Reiseland checken – gibt es Kindersitze oder muss einer mitgebracht werden?Medizinische Infrastruktur vor Ort kennen – kindgerechte Versorgung sollte in 48 Stunden erreichbar seinFieber während oder nach dem Aufenthalt in einem Malariagebiet sofort abklären lassen.kna
Reisen mit kleinen Kindern – worauf Familien achten sollten - WELT
Mit dem Nachwuchs die Welt zu erkunden, reizt viele Eltern. Damit die Reise für alle zu einem schönen Erlebnis wird, kommt es vor allem auf gute Planung an. Die wichtigsten Tipps im Überblick – inklusive Checkliste.








