PfadnavigationHomekmpktFamilienfreundliche Reisen5 europäische Urlaubsziele – wer mit Baby anreist, wird hier positiv überraschtVeröffentlicht am 02.04.2026Lesedauer: 7 MinutenUrlaub mit der Familie muss nicht zwangsläufig im Chaos enden – auf das Reiseziel kommt es anQuelle: Getty Images/Thomas BarwickWer mit Kindern verreist, muss mit mehr Stress rechnen als auf einem Solo-Trip. Doch gerade beliebte Urlaubsdestinationen können mit ihrer Familienfreundlichkeit überraschen, meint unsere Autorin. Hier verrät sie fünf Ziele.Hand aufs Herz: Verreisen mit Kindern ist nicht immer leicht. Man muss mehr organisieren, mehr Pausen und Eventualitäten einplanen und ist weniger spontan. Dennoch bin ich der Meinung, dass man bei der richtigen Urlaubsplanung auch als Eltern nur wenige Abstriche machen muss – und ja, sogar Momente der Entspannung haben kann. Dafür muss es nicht gleich in ein Luxus-Familienresort fernab der urbanen Zivilisation gehen.In meinen bisherigen Jahren als Mutter bin ich zwar weniger verreist als zuvor, habe mich aber nicht von spontanen Städtetrips abbringen lassen. Einige Orte haben mich dabei besonders überrascht und sich als überaus familienfreundlich erwiesen – obwohl ich diesbezüglich im Vorfeld skeptisch war.Bevor ich dir aber meine bisherigen Reisefavoriten für einen Familienurlaub verrate, interessiert mich noch eine Sache:Reisen mit Kindern: In London besonders einfachLondon gehört seit Jahren zu den Orten auf der Welt, an die ich immer wieder zurückkehre. Ich würde sogar sagen, dass es meine Lieblingsstadt ist. Klar, dass ich auch meiner Tochter die britische Millionenmetropole näherbringen möchte. Dennoch war ich skeptisch: Ist es klug, mit einem Kleinkind in eine Zehn-Millionen-Einwohner-Stadt zu reisen, deren U-Bahn nicht einmal barrierefrei ist? Inzwischen war ich zweimal mit meiner Tochter dort – einmal, als sie gerade acht Monate alt war, und jetzt noch einmal mit 23 Monaten – und kann sagen: Ja, unbedingt! Lesen Sie auchZwar sind die Aufzüge in der „Tube“ häufig versteckt, doch mit einem kompakten Kinderwagen oder Buggy lässt sich das Problem lösen. Wir haben uns einen „YoYo 2“ für diese Reise ausgeliehen – ein gerade einmal sechs Kilogramm schweres Modell, das sich auf Handgepäcksgröße zusammenklappen lässt. Manchmal war es schwierig, seinen Wagen in der Museumsgarderobe wiederzufinden, weil gefühlt drei Viertel aller Einwohner dasselbe Modell hatten. Apropos Museen: Die Mehrheit davon ist in London kostenlos und in vielen von ihnen gibt es spezielle Kinderbereiche und Touren. Neben dem Natural History Museum ist mein Favorit das Young V&A in Hackney. Hier gibt es sogar eine Krabbel-Ausstellung für die Allerkleinsten und viele Mitmachaktionen. Zudem bietet London eine Vielzahl an coolen Spielplätzen, etwa an der Battersea Power Station. Liebt dein Kind Harry Potter, Peppa Wutz oder Paddington Bär, findet es in der Metropole an der Themse zahlreiche Orte, um auf seine Kindheitshelden zu treffen. Darüber hinaus sind die Briten ausgesprochen kinderfreundlich. Wer in der U-Bahn mit Kleinkind unterwegs ist, bekommt sofort einen Sitzplatz angeboten oder bekommt Hilfe angeboten, den Kinderwagen die Treppen hochzutragen. In Restaurants beschwert sich niemand, wenn Kinder spielen oder umherflitzen. Es gibt ein Recht auf Stillen in der Öffentlichkeit in Großbritannien, und in den meisten Londoner Malls gibt es sogar Familienruheräume, in denen man sich kurz zurückziehen kann, wenn einem der Großstadttrubel doch mal zu viel wird.Wo wir schon in Großbritannien sind: Auch Edinburgh überraschtNatürlich würden die Schotten sich niemals mit den Engländern in einen Topf werfen lassen. Sie als Briten zu bezeichnen, ist aber okay – und in Hinblick auf Kinderfreundlichkeit stehen sie ihren Inselnachbarn in nichts nach. Das bewies eine Reise mit meinem Mann und meiner Tochter für mehrere Tage.Die Kinderfreundlichkeit zeigte sich schon auf unserer Reise von London nach Edinburgh im Nachtzug. Wir entschieden uns für den Caledonian Sleeper, eine bekannte Nachtzugverbindung. Als wir am nächsten Morgen um 6.30 Uhr zum Frühstück im Speisewagen erschienen, wurden wir direkt gefragt, was man unserer kleinen Tochter anbieten könne, denn das Full Scottish Breakfast sei für sie eher nicht geeignet. Schnell bekam sie frische Früchte und Joghurt serviert sowie warme Milch. In Edinburgh habe ich eines der familienfreundlichsten Luxushotels gefunden, in dem ich jemals übernachten durfte: Im Balmoral Hotel dürfen Kinder sogar mit ins Spa und direkt bei Ankunft bekam unsere Tochter ein Willkommenspaket mit angepassten Reiseaccessoires, inklusive Wickelunterlage und Waschwanne. In der Stadt haben wir den Spielplatz mit der wohl besten Aussicht gefunden, direkter Blick auf das Edinburgh Castle inklusive. Ein Ausflug in das nahegelegene Seebad Portobello (etwa 30 Minuten mit dem Bus) erwies sich als idealer Familienausflug, genauso wie ein Spaziergang durch den Holyrood Park in direkter Nähe der königlichen Residenz Holyrood Palace. Am St. Andrew Square konnte man auf einer Parkbank zudem neben „Paddington Bär“ Platz nehmen. Weitere Höhepunkte mit Kindern: das interaktive National Museum of Scotland und der Zoo mit Pinguin-Parade.Pariser sind unfreundlich? Nicht, wenn man mit Baby unterwegs istPariser genießen nicht den besten Ruf und gelten häufig als snobistisch und unfreundlich. Doch mit Baby im Gepäck verwandeln sich die Einwohner plötzlich in die freundlichsten Zeitgenossen, so meine Erfahrung. Fremde Menschen sprechen einen sogar auf der Straße an und machen Komplimente für das süße Kind. Man bekommt bevorzugt einen Tisch in der Brasserie und einmal erlaubte der Chef sogar, in seinem Büro zu wickeln, weil es keinen Wickeltisch gab. Noch nie bin ich so häufig mit Parisern ins Gespräch gekommen wie bei meinem Aufenthalt mit einem sieben Monate alten Baby. Mein Sightseeing-Highlight war eine Batobusfahrt, bei der wir ganz gemütlich die Stadt vom Wasser aus beobachten konnten. Bis vier Jahre fahren Kinder hier kostenlos mit. Als Mama geht einem zudem das Herz bei französischer Kindermode auf, die deutlich süßer ist als das, was der deutsche Bekleidungsmarkt hergibt – allerdings auch deutlich teurer. Pro-Tipp: In den Galeries Lafayette kann man nicht nur gut shoppen, es gibt hier auch einen der am besten ausgestatteten Wickelräume in ganz Paris, inklusive Still-Ecke, Flaschenwärmer und Mikrowelle. Ausflugsziele wie Disneyland Paris, die Gärten von Versailles oder die Ausstellung Cité des Enfants unterhalten die gesamte Familie.Entspannung und Abwechslung: Da ist man als Familie auf Kreta genau richtigBei der Planung unseres Sommerurlaubs im vergangenen Jahr waren wir lange unschlüssig. Wir wollten Strand, Sonne und Kultur, doch viele der üblichen Ziele erschienen uns mit unserer damals 14 Monate alten Tochter nicht geeignet. Letztlich fiel die Wahl auf Kreta in Griechenland – unter anderem, weil es auf der Insel eine Vielzahl an Resorts gibt, die sich auf Familien spezialisiert haben.Am Ende war ich beeindruckt von der Vielfalt an Ausflugszielen, die wir mit Kind problemlos in Angriff nehmen konnten: Ein Besuch am Süßwassersee, lagunenartige Strände wie Balos oder der Palmenstrand von Preveli sind ideal für Kleinkinder, weil sie hier ungestört in seichtem Wasser ohne Angst vor Wellen planschen können. Ein Besuch der vielen Tropfsteinhöhlen lässt Kinder große Augen machen. Zudem sind die Griechen gegenüber Kindern besonders gastfreundlich. Jede Taverne hat einen Spielplatz oder einen Maltisch – und oft bekommen Kinder eine kleine Süßigkeit aufs Haus. Familienurlaub in der Stadt: in Prag besonders angenehmDie tschechische Hauptstadt Prag ist von Berlin aus in etwa vier Stunden und 45 Minuten erreichbar und bietet Familien mehr als zunächst von mir vermutet – allein wegen des Glockenspiels der Astronomischen Uhr.Unsere Highlights waren der Letná-Park für lange Spaziergänge und ein großer familienfreundlicher Biergarten sowie der Petřín-Berg, wo man mit einer Standseilbahn hinauffahren, den Aussichtsturm besuchen und im Spiegelkabinett Spaß haben kann.Ein Besuch des Prager Zoos sowie eine Bootsfahrt über die Moldau dürfen ebenfalls nicht auf der Aktivitätenliste fehlen. An verregneten Tagen ist das Technikmuseum für etwas ältere Kinder ab dem Grundschulalter die beste Adresse, da es die meisten interaktiven Elemente bietet. Natürlich kann man Prag mit Kindern nicht besuchen, ohne dem „Kleinen Maulwurf“ (tschechisch: Krteček) zu begegnen. Übrigens: Kinder bis 15 Jahre fahren im öffentlichen Nahverkehr der tschechischen Hauptstadt kostenlos mit. Was in Prag allerdings nur mäßig gut funktioniert, ist das Unterwegssein mit Buggy oder Kinderwagen. Hier lohnt sich eher eine Trage oder Kraxe.Wo verbringst du am liebsten mit deiner Familie den Urlaub? Schreibe es uns in einem Kommentar!Sabine Winkler berichtet als freie Autorin für WELT regelmäßig über Familienthemen, Reisen und Popkultur. Zweimal im Monat erscheint montags ihr Newsletter „Läuft bei uns – der Familien-Newsletter“, in dem sie über ihr Leben als Mama schreibt.
Familienfreundliche Reisen: 5 europäische Urlaubsziele – wer mit Baby anreist, wird hier positiv überrascht - WELT
Urlaub mit Kindern gleich Stress? Das muss nicht sein. Wer das richtige Ziel wählt, entspannt wirklich. Unsere Autorin zeigt ihre besten Familien-Destinationen – für erholte Eltern und glückliche Kids.






