PfadnavigationHomeRegionalesHamburgOlympiabewerbungFegebank nennt Olympische und Paralympische Spiele „das große Hamburger Ding“Veröffentlicht am 22.04.2026Lesedauer: 4 MinutenKatharina Fegebank (Grüne), Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg will die Hamburger für eine Olympiabewerbung begeistern Quelle: Gregor Fischer/dpaDie Hamburger Bürgerschaft ringt heftig um die Olympiabewerbung. Drei Senatoren verteidigen das Projekt, Linke und AfD warnen vor Kosten und Vertrauensverlust. Am 31. Mai entscheiden die Bürger. Am Freitag geht ein Teil von ihnen für die Bewerbung auf die Straße.Katharina Fegebank (Grüne) meldete sich zu Wort, als die Bürgerschaft bereits 80 Minuten lang heftig über Sinn und Risiken einer Hamburger Olympiabewerbung gestritten hatte. Während zuvor vor allem über Kosten, Sicherheit und politische Glaubwürdigkeit debattiert worden war, begann die Zweite Bürgermeisterin mit einer Beobachtung. In den vergangenen Wochen habe sie immer wieder gehört, sagte sie, „dass bei Teilen der Eindruck entsteht, wir bewerben uns – und haben hinterher ,außer Spesen nichts gewesen‘“. Sie frage sich dann, so Fegebank, „warum wir oft so verzagt sind, warum wir es nicht mal schaffen, ein bisschen mutiger zu sein“.Die Aktuelle Stunde war von der Linksfraktion unter dem Titel „NEIN zu Olympia. Für Hamburg!“ angemeldet worden. Am 31. Mai stimmen die Hamburger darüber ab, ob die Stadt im nationalen Wettbewerb um die Bewerberstadt für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bleiben soll. Die Bürger von München und in der Rhein-Ruhr-Region haben bereits für eine Bewerbung gestimmt. In Hamburg läuft der Kampf um die Stimmen gerade auf Hochtouren. Deshalb bestimmt das Thema auch die politische Debatte in der Bürgerschaft.Lesen Sie auchDie Fronten am Mittwoch im Plenarsaal waren erwartbar: SPD, Grüne und CDU werben für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele, Linke und AfD sind dagegen. Ungewöhnlich war an diesem Nachmittag weniger die bekannte Lagerbildung als die Wucht, mit der der Senat antwortete. Drei Mitglieder der Regierung gingen ans Pult: Innen‑ und Sportsenator Andy Grote, Finanzsenator Andreas Dressel (beide SPD) – und am Ende Fegebank. Ein solches Aufgebot ist im Parlament selten.Den Ton hatte zuvor Linken‑Fraktionschefin Heike Sudmann gesetzt. Sie sprach von einer Stadt, die mit Plakaten und Drohnenshows überzogen werde, von einem Wettbewerb, der nicht fair sei. Der Vergleich, den sie wählte, zielte weniger auf Zahlen als auf Macht: Die einen spielten mit „dem Budget von Bayern München“, die anderen mit dem von „Altona 93“. Ihre Warnung an die Hamburger formulierte sie knapp: „Lassen Sie sich kein X für ein U vormachen.“SPD und CDU reagierten scharf. Skepsis wurde nicht als Einwand gelesen, sondern als Haltung. Wer Olympia ablehne, so der Tenor, stelle sich gegen Fortschritt und Entwicklung. Es blieb nicht bei politischem Widerspruch, der Ton wurde persönlich. CDU‑Redner David Erkalp griff später zum Schlumpf‑Vergleich für Linke und AfD, sprach von „Muffi“, dem, „der immer schlechte Laune hat“.Lesen Sie auchAuch Sport- und Innensenator Grote wählte offen die Konfrontation. Er verwies auf die positiven Voten in den anderen Bewerberstädten und -Regionen – und stellte eine Frage, auf die er auch gleich selbst die Antwort lieferte: „Nur Hamburg soll sich das nicht zutrauen? Wie klein wollen Sie unsere Stadt eigentlich noch machen?“ Der Gegenseite warf er vor, gezielt Ängste zu bedienen. Von „Fake News“ war die Rede, von einem politischen Geschäftsmodell, das auf Verunsicherung setze.Finanzsenator Dressel setzte in der Runde danach auf Zusicherung. Er sprach über Investitionen, über Förderfähigkeit, über die Rolle des Bundes – und formulierte den zentralen Satz des Finanzteils: „Es wird für Olympia keinerlei Kürzungen woanders geben, jetzt und in Zukunft.“ Die Logik sei einfach: Ein fixes Enddatum bedeute Verbindlichkeit und erhöhe die Bereitschaft des Bundes, Projekte schneller mitzuziehen.Fegebank kehrte anschließend noch einmal zum Kern ihrer Rede zurück. Sie wehrte den Gedanken ab, die Kritiker würden sich wirklich nur auf einzelne Zahlen – wie die noch nicht veranschlagte Höhe des Sicherheitsbudget – stützen. Auch eine Rechnung für das Budget für Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 würde diese nicht überzeugen. „Als ob das irgendetwas ändern würde“, sagte sie, hörbar verärgert, und fügte über die Protestrufe der Linken hinweg hinzu: „Da schwillt mir der Kamm – wenn ich einen hätte.“Lesen Sie auchFegebank setzte bewusst auf Emotionen. Das ist die Stärke der Politikerin und der Person Katharina Fegebank. Sie erzählte von Gesprächen in Vereinen, mit Kindern, von paralympischem Sport, von einem Goalball‑Training, das sie besucht habe. Die Begeisterung habe sie mitgerissen, die Darstellung der Parasportler, wie sehr sie sich Paralympische Spiele in der Stadt wünschen würde, tief bewegt. Daraus leitete sie keinen Zahlenvergleich ab, sondern eine Erwartung an die Stadt. Olympische und Paralympische Spiele könnten, sagte sie, „das Selbstbewusstsein und auch wirklich das Lebensgefühl in einer ganzen Stadt verändern“. Und sie wiederholte einen Satz, der ihre Rede rahmte: „Das kann ein richtig großes Hamburger Ding werden.“Der Konflikt im Plenarsaal spiegelt eine Auseinandersetzung, die längst außerhalb des Rathauses geführt wird. Vor dem Referendum haben sich sowohl Gegner als auch Befürworter in Gruppen organisiert und mobilisieren Anhänger für ihr jeweiliges Lager.Für Freitag ist am Jungfernstieg und an der Binnenalster eine Kundgebung der Initiative „OlympJA Hamburg“ angekündigt, die öffentlich für die Bewerbung werben will. Nach Angaben der Organisatoren wollen Unterstützer aus Sport, Kultur, Wirtschaft und sozialen Initiativen ein Zeichen für Olympische und Paralympische Spiele setzen. Die Kundgebung soll sichtbar machen, dass es in der Stadt auch jenseits des Parlaments eine organisierte Unterstützung für die Bewerbung gibt.
Olympiabewerbung: Fegebank nennt Olympische und Paralympische Spiele „das große Hamburger Ding“ - WELT
Die Hamburger Bürgerschaft ringt heftig um die Olympiabewerbung. Drei Senatoren verteidigen das Projekt, Linke und AfD warnen vor Kosten und Vertrauensverlust. Am 31. Mai entscheiden die Bürger. Am Freitag geht ein Teil von ihnen für die Bewerbung auf die Straße.






